Mehr Waldschutz in Baden-Württemberg: Nabu warnt vor Hitze
- Die größte zusammenhängende Region mit einem positiven Trend liegt im Schwarzwald. (Archivbild)
- Foto: Philipp von Ditfurth/dpa
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Stuttgart. Für viele Menschen in Baden-Württemberg wird Hitze im Alltag spürbarer, vor allem in dicht bebauten Räumen. Nach Einschätzung des Nabu sind deshalb mehr Schutz und Pflege für Wälder, Böden und andere natürliche Kühlräume nötig.
Das Land ist laut einer Analyse mit Blick auf Kühlung, Wasserrückhalt und Klimaanpassung noch vergleichsweise gut aufgestellt. Der Nabu verweist auf die Mittelgebirge und den hohen Waldanteil. Besonders in den Ballungszentren rund um Stuttgart und am Oberrhein müssten natürliche Ressourcen mit Schutzfunktion aber gezielt gestärkt werden.
Index zeigt grüne und trockene Räume
Grundlage ist der Grün-Feucht-Kühl-Index des Econics Institute. Dafür werden unter anderem Satellitenbilder, Niederschläge und Oberflächentemperaturen ausgewertet. Die Karten zeigen, ob Gebiete eher von austrocknenden Agrarlandschaften oder stark versiegelten Siedlungsräumen geprägt sind. Sie machen auch sichtbar, wo Wälder für Feuchtigkeit und Abkühlung sorgen.
Studienautor Pierre Ibisch betont, dass leistungsfähige Ökosysteme auch anpassungsfähiger seien. Entscheidend sei der Dreiklang aus grün, feucht und kühl. Nabu-Landeschef Johannes Enssle warnt davor, dass Wälder nicht zu Savannen und Humusböden nicht zu Sandwüsten werden dürften.
Schwarzwald mit positivem Trend
Der Schwarzwald ist dem Index zufolge der größte zusammenhängende Naturraum Deutschlands mit positivem Trend. Vor allem naturnah bewirtschaftete Wälder wirken laut Analyse kühlend auf die Landschaft. Zugleich gibt es dort Hinweise auf Fichtensterben.
Als weitere wichtige Bausteine nennt der Nabu die Revitalisierung des Oberrheins, den Moorschutz im Westallgäu sowie das Entsiegeln und Begrünen von Städten. Das könne helfen, Baden-Württemberg langfristig grüner, feuchter und kühler zu machen. Nach Einschätzung des Verbands werden die Folgen der aktuellen Hitze und Trockenheit auch im Herbst und in den kommenden Jahren sichtbar werden.
Kommunen können Karten bis auf Gemeindeebene nutzen
Der Nabu fordert Bund und Länder auf, die natürliche Infrastruktur konsequent zu stärken. Dazu zählen aus Sicht des Verbands etwa Wälder, Moore, Flussauen und gesunde Böden. Die Karten des Index lassen sich laut Nabu so weit vergrößern, dass Kommunen und örtliche Naturschutzgruppen konkreten Handlungsbedarf erkennen können.
Als Beispiel für natürliche Hilfe beim Wasserrückhalt verweist Enssle auf den Biber. Statt teurer Rückhaltebecken könnten dessen Dämme Wasser kleinteilig in der Landschaft halten. Der Managementaufwand sei überschaubar. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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