Mehr Tuning im Südwesten: E-Scooter werden zum Risiko
- Manipulierte E-Scooter fahren deutlich schneller als erlaubt. (Archivbild)
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Baden-Württemberg. Manipulierte E-Scooter und Pedelecs erhöhen im Straßenverkehr das Unfallrisiko und können ihre Betriebserlaubnis verlieren. Polizei und Unfallforscher im Südwesten beobachten nach eigenen Angaben mehr getunte Fahrzeuge und wollen die Kontrollen weiter verstärken.
Mit wenigen Eingriffen an der Elektronik lassen sich manche Fahrzeuge deutlich schneller machen als zulässig. Bei E-Scootern geschieht das laut Polizei Mannheim teils über die App auf dem Smartphone. Bei illegal importierten Modellen aus Asien würden Tuning-Utensilien mitunter sogar mitgeliefert, warnt der Fahrrad- und E-Bike-Sachverständige Dirk Zedler.
Mehr manipulierte Pedelecs bei Kontrollen
Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei in Baden-Württemberg bei Verkehrskontrollen 363 manipulierte Pedelecs. Im Jahr zuvor waren es 291, obwohl die Zahl der Kontrollen in etwa gleich geblieben war. Eine gesonderte Statistik zu getunten E-Scootern gibt es bislang nicht.
Welche Rolle Manipulationen bei Unfällen spielen, lässt sich laut Innenministerium nicht beziffern. Technische Veränderungen seien jedoch mit erheblichen und schwer kalkulierbaren Risiken verbunden. Höhere Geschwindigkeiten und eine größere Risikobereitschaft könnten die Wahrscheinlichkeit schwerer Unfallfolgen erhöhen.
Für E-Scooter gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h
E-Scooter dürfen höchstens 20 Kilometer pro Stunde fahren. Werden sie schneller gemacht, erlischt ihre Betriebserlaubnis und das Fahrzeug gilt als illegal. Verkehrsexperten berichten, dass bei örtlichen Kontrollen immer wieder manipulierte Scooter auffallen. Nach Einschätzung der Polizei Mannheim nimmt ihre Zahl bei Kontrollen zu.
Besonders häufig werde Tuning bei jungen Menschen beobachtet, sagt Sachverständiger Zedler. Nach Angaben der Landesverkehrswacht ist bei fast jedem zweiten E-Scooter-Unfall die fahrende Person minderjährig. Bundesweit ist mehr als die Hälfte der Verunglückten jünger als 25 Jahre.
Experten fordern mehr Kontrollen und Training
Die Unfallforschung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft fordert mehr Verkehrskontrollen und Fahrtrainings für E-Scooter bereits in der Schule. Ein Fahrradtraining in der vierten Klasse reiche dafür nicht aus. Zedler plädiert zudem für ein europaweites Verbot von Tuning-Kits und strengere Kontrollen von Importware. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |