Mehr Hilfe in der Apotheke: Diese Gratis‑Checks zahlt die Kasse

Mehr als nur Medikamente: Apotheken bieten seit 2022 pharmazeutische Dienstleistungen an | Foto: dpa
  • Mehr als nur Medikamente: Apotheken bieten seit 2022 pharmazeutische Dienstleistungen an
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Apotheken‑Checks nutzen. In vielen Apotheken gibt es mehr als Medikamente. Gesetzlich Versicherte können dort bereits mehrere Gesundheitsleistungen kostenlos nutzen, etwa eine ausführliche Prüfung aller Medikamente, Blutdruckkontrollen oder eine Einweisung für Inhalationsgeräte.

Die Apotheke ist für viele Menschen die erste Anlaufstelle bei Gesundheitsfragen. Neben der Abgabe von Arzneimitteln bieten zahlreiche Betriebe inzwischen zusätzliche Leistungen an. Dazu gehören etwa Impfungen gegen Grippe für Erwachsene ab 18 Jahren sowie Corona‑Impfungen ab 12 Jahren.

Mit einer geplanten Apothekenreform sollen künftig noch mehr Angebote möglich werden. Diskutiert werden unter anderem weitere Schutzimpfungen, etwa gegen FSME oder Tetanus, sowie unter bestimmten Voraussetzungen Blutabnahmen zur Kontrolle von Medikamentenwirkungen.

Drei pharmazeutische Leistungen sind bereits Kassenleistung

Schon jetzt übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung mehrere sogenannte pharmazeutische Dienstleistungen. Voraussetzung ist, dass die jeweilige Apotheke entsprechend geschultes Personal hat.

  • Medikationsanalyse: Wer dauerhaft fünf oder mehr ärztlich verordnete Medikamente einnimmt, kann alle zwölf Monate eine umfassende Prüfung der gesamten Medikation erhalten. Dabei betrachten Apothekerinnen und Apotheker auch frei verkäufliche Mittel wie Schmerztabletten. Auch Nahrungsergänzungsmittel sollten zum Termin mitgebracht werden, da zum Beispiel Kalzium die Wirkung mancher Medikamente beeinflussen kann. Am Ende gibt es eine Einschätzung möglicher Risiken und einen aktualisierten Medikationsplan.
  • Blutdruckmessung: Menschen mit verordneten Blutdrucksenkern können einmal pro Jahr kostenlos den Blutdruck in der Apotheke messen lassen. Wird ein Medikament neu eingestellt oder die Dosierung geändert, ist eine frühere Kontrolle möglich. Für eine realistische Einschätzung wird der Blutdruck in kurzer Folge dreimal gemessen. Über Änderungen der Therapie entscheidet anschließend die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.
  • Inhalationsschulung: Bei Erkrankungen wie Asthma oder COPD werden Medikamente häufig inhaliert. In der Apotheke kann gezeigt werden, wie das jeweilige Gerät korrekt verwendet wird. Fehler bei der Anwendung können dazu führen, dass zu wenig Wirkstoff in der Lunge ankommt oder Nebenwirkungen wie Pilzinfektionen im Mund entstehen. Anspruch besteht bei einer neuen Verordnung oder wenn in den vergangenen zwölf Monaten keine Einweisung erfolgt ist.

Beratung auch für bestimmte Patientengruppen

Zusätzliche Beratung gibt es unter anderem für Menschen, die Krebsmedikamente in Tabletten‑ oder Kapselform einnehmen. Auch Patientinnen und Patienten nach einer Organtransplantation können sich zu ihren immunsuppressiven Medikamenten beraten lassen. Ziel ist es, mögliche Risiken durch Kombinationen verschiedener Arzneimittel früh zu erkennen.

Ob eine solche pharmazeutische Dienstleistung infrage kommt, lässt sich über einen Schnellcheck auf dem Informationsportal „pharmazeutische-dienstleistungen.de“ der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände prüfen. Damit wird deutlicher, dass Apotheken für viele Gesundheitsfragen inzwischen mehr bieten als die reine Medikamentenausgabe. dpa/red

Autor:

Sarah Isele aus Mannheim-Nord

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