Mehr Arbeit im Alter: Warum viele Menschen länger im Job bleiben
- «Viele Unternehmen haben für sich erkannt, dass die Jungen zwar schneller sind, die Alten aber die Abkürzungen kennen», sagt Mohrs.
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Mainz. Für viele Menschen in Rheinland-Pfalz und im Saarland endet das Berufsleben nicht mehr mit dem Rentenbeginn. Nach Einschätzung der neuen Chefin der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, Ulrike Mohrs, dürfte die Zahl älterer Beschäftigter weiter steigen.
Sie nannte dafür mehrere Gründe: Manche Ruheständler würden im Arbeitsmarkt weiter gebraucht, andere wollten sich finanziell absichern. Hinzu komme für viele der Wunsch, aktiv zu bleiben und weiter eine sinnstiftende Aufgabe zu haben.
Mehr Rentner arbeiten weiter
Bundesweite Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen bereits diesen Trend. Im vergangenen Jahr arbeitete laut Mikrozensus jede siebte Person zwischen 65 und 74 Jahren neben der Altersrente. Das entsprach 14 Prozent. Ein Jahr zuvor lag der Anteil noch bei 13 Prozent.
Direkt nach dem Renteneintritt ist Weiterarbeit besonders verbreitet. Bei den 65- und 66-Jährigen hatten noch 19 Prozent einen Job. Bei den 73- und 74-Jährigen waren es noch 8 Prozent.
Freude am Beruf beeinflusst den Blick auf die Rente
Mohrs sieht einen Zusammenhang zwischen beruflicher Zufriedenheit und dem Wunsch, länger zu arbeiten. Wer eine sinnstiftende Tätigkeit habe, denke oft weniger stark auf das Renteneintrittsalter hin. Aus ihrer Sicht zeigt das auch, wie wichtig es ist, jungen Menschen früh Orientierung für eine passende Berufswahl zu geben.
Wenn Menschen ihre Arbeit gerne machten, stelle sich eher die Frage, ob sie mit 65 noch im gleichen Umfang arbeiten müssten wie mit 30. Es gehe dann weniger um ein starres Ende des Berufslebens als um flexible Übergänge in einer älter werdenden Gesellschaft.
Unternehmen schätzen Erfahrung älterer Beschäftigter
Mohrs warb zugleich für ein Umdenken beim Blick auf den Ruhestand. Viele Menschen seien noch immer so geprägt, dass ein früher Ausstieg als Erfolg gelte. Später merke man dann mitunter, was im Alltag fehle.
Nach ihrer Einschätzung wissen viele Unternehmen die Erfahrung älterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schätzen. Jüngere seien oft schneller, Ältere kennten dafür eher die Abkürzungen. Zugleich seien ältere Beschäftigte für Arbeitgeber meist teurer. Auf erfahrene Kräfte zu verzichten, könnten sich Unternehmen aber vor allem dann leisten, wenn die Konjunktur schwach sei. Ziehe die Wirtschaft wieder an, sei jede erfahrene Arbeitskraft wichtig. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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