Kritik aus Mainz an Merz: Streit um Krankschreibung spitzt sich zu

Weniger Krankheitstage sind auch ein Ziel von SPD-Politiker Schweitzer. (Archivbild) | Foto: Boris Roessler/dpa
  • Weniger Krankheitstage sind auch ein Ziel von SPD-Politiker Schweitzer. (Archivbild)
  • Foto: Boris Roessler/dpa
  • hochgeladen von Cornelia Bauer

Mainz. Für Beschäftigte könnte sich bei Krankschreibungen bald spürbar etwas ändern. In Mainz hat der rheinland-pfälzische SPD-Politiker Alexander Schweitzer deshalb pragmatische Lösungen gefordert und Bundeskanzler Friedrich Merz kritisiert.

Schweitzer warnt vor Generalverdacht

Schweitzer sagte der Deutschen Presse-Agentur, Krankheitstage zu senken sei grundsätzlich richtig. Entscheidend sei aber, die Ursachen anzugehen und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht pauschal unter Verdacht zu stellen. Wörtlich sagte er, Beschäftigte seien kein „Volk von Blaumachern“.

Zugleich verwies der ehemalige Arbeits- und Sozialminister auf die Belastung in den Praxen. Bereits stark beanspruchte Hausärztinnen und Hausärzte dürften nicht noch zusätzlich unter Druck geraten.

Was die Pläne im Bund vorsehen

Der Koalitionsausschuss von Union und SPD im Bund hatte vereinbart, eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung künftig ab dem ersten Krankheitstag als gesetzliche Regel einzuführen. Bislang muss sie in der Regel erst am vierten Tag vorgelegt werden.

In Betrieben sollen aber weiterhin abweichende Regelungen möglich sein. Arbeitgeber können schon jetzt eine frühere Vorlage verlangen. Geplant ist außerdem, die Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung abzuschaffen.

  • Geplant ist die Krankschreibung ab dem ersten Krankheitstag als Regelfall
  • Abweichende Vereinbarungen in Betrieben sollen möglich bleiben
  • Die telefonische Krankschreibung soll wegfallen

Schweitzer kritisiert Ton des Kanzlers

Schweitzer bedauerte, dass die Debatte über Krankschreibungen andere Beschlüsse des Koalitionsausschusses überlagere. Dazu zähle aus seiner Sicht auch die vereinbarte steuerliche Entlastung kleiner und mittlerer Unternehmen in Höhe von fast zehn Milliarden Euro.

Mit Blick auf Merz sagte Schweitzer, Reformen müssten so erklärt werden, dass Menschen dafür gewonnen würden. Harte Formulierungen „wie vom Kasernenhof“ stießen viele eher vor den Kopf. Hintergrund sind Äußerungen des Kanzlers beim CDU-Landesparteitag in Nordrhein-Westfalen, wo er Kritikern des Reformkurses mit „Wegtreten“ entgegnet hatte. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

Cornelia Bauer auf Facebook

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

79 folgen diesem Profil
Kommentare sind deaktiviert.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.