Krankenhausreform in Rheinland-Pfalz: Teilweise längere Wege
- Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) will mehr Fachkräfte gewinnen. (Archivbild)
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Mainz. Für viele Patienten in Rheinland-Pfalz könnten Behandlungen künftig mit längeren Fahrten verbunden sein. Hintergrund ist die geplante Neuordnung der Krankenhauslandschaft im Land.
Gesundheitsminister Clemens Hoch von der SPD sieht weiterhin deutlichen Nachbesserungsbedarf bei der Finanzierung der Kliniken durch den Bund. Ohne zusätzliche Mittel drohe eine stärkere Belastung der Kommunen. Diese müssten dann häufiger Krankenhäuser übernehmen. Hoch kritisierte eine Umverteilung zulasten der Städte und Kreise.
Für die Versorgung der Bevölkerung werde sich grundsätzlich wenig ändern. Bei spezialisierten Eingriffen wie Krebsoperationen oder dem Einsetzen einer künstlichen Hüfte könnten Patienten jedoch künftig längere Wege zu spezialisierten Kliniken einplanen.
Die schwarz rote Landesregierung will über den Sommer festlegen, welche Krankenhäuser künftig welche Leistungen anbieten. Die Veröffentlichung des neuen Krankenhausplans ist für September vorgesehen. Bis zum Jahresende soll der Plan vollständig stehen.
Schwerpunkte im Gesundheitsbereich
Mehrere Programme sollen fortgeführt oder ausgebaut werden.
- Unterstützung für Menschen mit Long Covid oder Post Covid
- Mehr Digitalisierung und Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen
- Multiprofessionelle Teams in Hausarztpraxen im Projekt „Häppi“. Hausärzte sollen stärker die Behandlung steuern und durch Fachkräfte entlastet werden
Pläne für die Geburtshilfe
Das Land setzt zudem neue Akzente in der Geburtshilfe.
- Einführung eines Hebammenbonus
- Ausbau von hebammengeleiteten Kreißsälen
- Weiterentwicklung der Ausbildungskapazitäten
- Mehr Teamarbeit zwischen Hebammen, Ärzten und Pflegekräften
- Ziel bleibt eine flächendeckende und wohnortnahe Geburtshilfe
Suche nach Ärzten und Fachkräften
- Ärzte, die in anderen Berufen arbeiten, sollen für die Medizin zurückgewonnen werden
- Landesweite Kampagnen sollen junge Menschen und Quereinsteiger für Gesundheitsberufe gewinnen
Mehr Prävention und Nichtraucherschutz
Krankheiten sollen früher erkannt und verhindert werden. Als Beispiele nannte Hoch Krebs, Diabetes, Rheuma sowie Leber und Nierenerkrankungen.
Außerdem soll das Nichtraucherschutzgesetz angepasst werden. Dabei geht es auch um neue Konsumformen wie E Zigaretten, Vapes und Nikotinbeutel. Geplant ist unter anderem ein Rauchverbot auf Spielplätzen. Für die Gastronomie könnten Ausnahmen gelten. Hoch sagte dazu: „Man muss in der Nähe von Kindern im öffentlichen Raum nicht rauchen.“
Mehr Bedarf an Psychotherapie
Der Bedarf an psychotherapeutischer Behandlung steigt nach Einschätzung des Ministers weiter. Hoch fordert deshalb, dass der Bund stärker Verantwortung bei der Finanzierung übernimmt.
Änderungen bei Hochschulen
Auch Wissenschaft und Weiterbildung gehören nun zu Hochs Ressort. Hochschulen sollen mehr Freiheiten bei Lehre, Forschung und Finanzen erhalten. Gleichzeitig soll die Mittelvergabe stärker nach Wettbewerb erfolgen.
Weitere Ziele sind der Ausbau dualer Studiengänge etwa in Robotik, Biotechnologie und Weinbau sowie mehr Gleichstellung von Frauen in Führungspositionen. Im Wintersemester 2024 25 studierten bereits rund 3350 Menschen in dualen Studiengängen. Das sind 62 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor.
Politische Bildung und Erinnerungskultur
Die Landeszentrale für politische Bildung soll gestärkt und auf eine neue gesetzliche Grundlage gestellt werden. Zudem soll künftig jede Schülerin und jeder Schüler im Laufe der Schulzeit mindestens einmal einen Gedenkort besuchen können. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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