Knochenbrühe im Check: Was sie wirklich für den Körper bringt
- Wer Knochenbrühe selbst zubereiten will, muss die Knochen stundenlang auskochen.
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Knochenbrühe. Viele Menschen erwarten davon mehr Energie, ein stärkeres Immunsystem oder sogar schönere Haut. Tatsächlich liefert die lange gekochte Suppe Geschmack und Wärme. Die oft versprochenen Gesundheits- und Schönheitseffekte sind jedoch wissenschaftlich kaum belegt.
Knochenbrühe wird traditionell stundenlang gekocht. Dabei sollen Inhaltsstoffe aus den Knochen in die Flüssigkeit übergehen. In sozialen Medien und Lifestyle‑Ratgebern wird sie deshalb oft als Mineralstoffquelle oder Schönheitsdrink beworben.
Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) ordnet diese Erwartungen deutlich ein. Zwar enthalten Knochen Kollagen. Beim Kochen zerfällt dieses Eiweiß jedoch zu Gelatine und einzelnen Aminosäuren.
Kollagen aus der Suppe landet kaum in der Haut
Kollagen gilt als wichtiger Bestandteil von Haut, Bindegewebe und Gelenken. Deshalb wird Knochenbrühe häufig als natürliches Schönheitsmittel dargestellt.
Nach Einschätzung des BZfE ist es jedoch sehr unwahrscheinlich, dass das Kollagen aus der Brühe im Körper wieder in nennenswerten Mengen als Kollagen aufgebaut wird. Der Körper zerlegt Eiweiße zunächst in Bausteine. Was daraus entsteht, hängt von vielen Stoffwechselprozessen ab. Studien, die einen direkten Effekt von Knochenbrühe auf Haut oder Bindegewebe belegen, gibt es bisher nicht.
Mineralstoffe spielen nur eine kleine Rolle
Auch als Mineralstoffquelle wird Knochenbrühe häufig beworben. Laut Bundeszentrum für Ernährung ist der tatsächliche Gehalt jedoch gering. Pro Portion erreicht die Brühe meist weniger als fünf Prozent des täglichen Bedarfs an Mineralstoffen wie:
- Kalium
- Kalzium
- Magnesium
- Phosphor
Die positive Wirkung, die viele Menschen bei einer Erkältung spüren, kann andere Gründe haben. Warme Flüssigkeit, aufsteigender Dampf und der kräftige Geschmack können das Wohlbefinden verbessern. Hinweise auf einen möglichen Einfluss von Hühnerbrühe auf bestimmte Entzündungsmarker existieren zwar. Die Datenlage bleibt jedoch begrenzt.
Selbst kochen dauert viele Stunden
Wer Knochenbrühe selbst zubereitet, braucht vor allem Zeit. Je nach Rezept köcheln die Knochen mindestens drei Stunden, teilweise sogar mehr als 24 Stunden.
Typische Schritte bei der Zubereitung sind:
- Knochen zunächst im Ofen oder in der Pfanne kräftig rösten
- Mit Wasser und etwas Apfelessig knapp unter dem Siedepunkt erhitzen
- Mehrere Stunden mit Gemüse, Fleisch, Kräutern und Gewürzen köcheln lassen
Geeignete Zutaten sind etwa Zwiebeln, Suppengemüse, Lorbeerblätter, Knoblauch, Nelken, Piment oder Petersilie. Am Ende wird die Brühe meist mit etwas Jodsalz abgeschmeckt.
Bei Fertigprodukten lohnt sich ein Blick auf das Salz
Wer fertige Knochenbrühe kauft, sollte laut BZfE vor allem den Salzgehalt prüfen. Manche Produkte enthalten fast drei Gramm Salz pro Portion. Das entspricht etwa der Hälfte der empfohlenen maximalen Tagesmenge.
Ein weiterer Unterschied betrifft die Herkunft der Knochen. Bei selbst gekochter Brühe ist klar, welche Zutaten verwendet wurden. Bei Fertigprodukten bleibt das häufig unklar.
Unterm Strich bleibt Knochenbrühe vor allem eine kräftige und wärmende Suppe. Sie kann guttun und schmeckt vielen Menschen. Die oft versprochenen Gesundheits- oder Schönheitseffekte lassen sich bisher jedoch kaum wissenschaftlich belegen. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |