Kinder vor Hitze schützen: Schlauch, Rutsche, Kinderwagen prüfen

Gefahr für Kinder: Auch Spielgeräte wie Metallrutschen können sich bei direkter Sonneneinstrahlung stark aufheizen. | Foto: dpa
  • Gefahr für Kinder: Auch Spielgeräte wie Metallrutschen können sich bei direkter Sonneneinstrahlung stark aufheizen.
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  • hochgeladen von Cornelia Bauer

Kinder vor Hitze schützen. Schon einfache Alltagsorte wie Gartenschlauch, Spielplatzrutsche oder Kinderwagen können sich bei hohen Temperaturen stark aufheizen. Für Kinder kann daraus schnell ein Risiko für Verbrennungen oder Überhitzung entstehen. Ein kurzer Temperaturcheck vor der Nutzung hilft, solche Hitzefallen zu erkennen.

An heißen Tagen denken viele Familien zuerst an Sonnencreme, Schatten und ausreichend Getränke. Weniger offensichtlich sind Stellen im Alltag, die sich unbemerkt stark erwärmen. Dazu gehören etwa Gartenschläuche, Spielgeräte auf dem Spielplatz oder auch der Innenraum eines Kinderwagens.

Heißes Wasser im Gartenschlauch kann Kinderhaut verletzen

Für Kinder gehört das Spielen mit dem Gartenschlauch im Sommer oft zur willkommenen Abkühlung. Doch Wasser, das längere Zeit in einem Schlauch in der Sonne steht, kann sich deutlich aufheizen.

"In frei liegenden Gartenschläuchen können Wassertemperaturen von bis zu 50 Grad entstehen. Für empfindliche Kinderhaut kann das bereits gefährlich werden", sagt Till Dresbach, leitender Oberarzt der Klinik für Neonatologie und Kinderintensivmedizin am Uniklinikum Bonn.

Deshalb kann es sinnvoll sein, das erste Wasser zunächst ablaufen zu lassen und die Temperatur mit der Hand zu prüfen.

Auch Kunststoff und Gummi auf Spielplätzen werden sehr heiß

Bei direkter Sonneneinstrahlung heizen sich viele Spielgeräte stark auf. Bekannt ist das vor allem bei Metallrutschen. Doch auch andere Materialien können hohe Temperaturen erreichen.

"Weniger bekannt ist, dass auch Kunststoff, Gummi oder dunkle Fallschutzmatten Temperaturen erreichen können, die für Kinderhaut problematisch sind", so Dresbach.

Ein kurzer Handtest vor dem Spielen hilft bei der Einschätzung. Kinderhaut reagiert empfindlicher als die Haut Erwachsener. Was sich für Erwachsene bereits unangenehm heiß anfühlt, kann für Kinder schmerzhaft sein.

Abgedeckte Kinderwagen können Hitze stauen

Viele Eltern legen bei starker Sonne ein Tuch über den Kinderwagen, um Schatten zu schaffen. Dadurch kann jedoch die Luftzirkulation eingeschränkt werden.

"Ein Tuch über dem Kinderwagen spendet zwar Schatten, kann aber gleichzeitig die Luftzirkulation einschränken und einen Hitzestau begünstigen", erklärt Dresbach.

Steht der Wagen möglichst im Schatten und bleibt ausreichend offen belüftet, lässt sich die Wärmeentwicklung meist besser begrenzen. Ein heißer oder feuchter Nacken kann ein Hinweis darauf sein, dass ein Kind zu warm wird.

Im Auto steigt die Temperatur besonders schnell

Besonders kritisch sind abgestellte Fahrzeuge. Schon wenige Minuten in der Sonne reichen aus, damit sich der Innenraum stark aufheizt.

"Schon wenige Minuten können ausreichen, damit sich ein Auto gefährlich aufheizt", warnt Dresbach. "Kinder dürfen deshalb niemals allein im Fahrzeug zurückgelassen werden - auch nicht bei geöffnetem Fenster."

Typische Anzeichen für Hitzebelastung bei Kindern

Hitze kann bei Kindern verschiedene Beschwerden auslösen. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte nennt unter anderem folgende Warnsignale:

  • Kopfschmerzen und Schwindel
  • Müdigkeit und Konzentrationsstörungen
  • Übelkeit, Erbrechen oder Bauchschmerzen
  • Hitzekrämpfe mit schmerzhaften Muskelkrämpfen
  • Hitzschlag als medizinischer Notfall
  • Verschlechterung bei bestehenden Erkrankungen wie Asthma, Allergien, ADHS oder Nierenproblemen

Gerade bei hohen Temperaturen lohnt ein kurzer Blick auf Oberflächen, Wasser oder Innenräume. Viele Risiken lassen sich so im Alltag schnell erkennen und vermeiden. dpa/red

Autor:

Sarah Isele aus Mannheim-Nord

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