Kalorienarm trinken: Was Vitaminwasser wirklich bringt
- Kalorienarm trinken - Wasser mit Geschmack im Trend: Viele Getränke werden mit Vitaminen und Pflanzenextrakten beworben, bieten aber oft nur wenige gesundheitliche Vorteile. Selbstgemacht ist auf jeden Fall günstiger.
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Kalorienarm trinken. Wasser mit Vitamin- oder Fruchtzusatz kann im Alltag eine kalorienarme Alternative sein, einen echten Gesundheitsvorteil gegenüber normalem Wasser bringt es laut Ernährungsexperten aber meist nicht.
Wer Abwechslung im Glas sucht, findet im Handel viele Wässer mit Kräutern, Früchten, Mineralstoffen oder Vitaminen. Entscheidend ist der Blick auf die Zutatenliste, denn nicht jedes Produkt ist so leicht und sinnvoll, wie die Werbung vermuten lässt. Das Bundeszentrum für Ernährung ordnet solche Getränke als mögliche Alternative für zwischendurch ein, wenn sie kalorienarm sind. Gleichzeitig gilt Wasser ohne Zusätze weiter als der gesündeste Durstlöscher.
Extrakte klingen gesund, sind oft aber nur gering dosiert
Extrakte aus Zitronengras, Sanddorn, Ingwer oder Guarana lesen sich zwar hochwertig. Nach Einschätzung des Bundeszentrums für Ernährung sind davon häufig aber nur kleine Mengen enthalten. Sie tragen eher zur Farbe bei, während der Geschmack oft durch Aromen oder Süßungsmittel verstärkt wird.
Vitaminzusätze bringen meist keinen Zusatznutzen
Auch zugesetzte Vitamine sind kein verlässliches Plus. Die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt hat für einen Marktcheck im Mai insgesamt 35 Vitaminwässer untersucht. Häufig enthalten waren Pantothensäure, Niacin, Pyridoxin und Biotin. Bei zwölf Produkten überschritt schon eine Flasche die empfohlene Tageszufuhr einzelner Vitamine. Die Verbraucherschützer halten dazu fest: «Ein gesundheitlicher Mehrwert über die normalen Körperfunktionen hinaus ist dadurch jedoch nicht zu erwarten.» Überschüssige wasserlösliche Vitamine werden über den Urin ausgeschieden.
Auch das Bundeszentrum für Ernährung bewertet die Zusätze zurückhaltend. Eine ungezielte Aufnahme verschiedener Vitamine über solche Getränke sei weder notwendig noch sinnvoll. Bei ausgewogener Ernährung ist die Versorgung in der Regel ausreichend. Bei einem nachgewiesenen Mangel wird gezielt mit passenden Präparaten gearbeitet.
Kalorienarm trinken: Zucker und Süßstoffe bleiben wichtigster Prüfpunkt
Für den Alltag wichtiger als Werbeaussagen auf der Flasche ist die Nährwerttabelle. Ein genauer Blick lohnt sich vor allem auf Zucker, Fruchtzucker, Traubenzucker oder Honig. Als kalorienarm dürfen Getränke bezeichnet werden, wenn sie höchstens 20 Kilokalorien pro 100 Milliliter enthalten. Varianten mit Süßungsmitteln schneiden bei den Kalorien oft besser ab als zuckerhaltige Produkte. Verbraucherschützer raten dennoch zu Maßen, weil die Gewöhnung an starken Süßgeschmack bestehen bleibt.
Selbst gemischtes Wasser ist oft günstiger
Wer Wasser pur zu langweilig findet, kann Geschmack auch einfach selbst ergänzen.
- Ein Schuss Frucht- oder Gemüsesaft kann Wasser leichter trinkbar machen.
- Abgekühlter Früchte- oder Kräutertee sorgt für Aroma ohne großen Aufwand.
- Ingwer, Zitrone oder Minze bringen Geschmack direkt ins Glas.
Diese Variante kostet meist deutlich weniger als Fertigprodukte, die im Handel teils mehr als zwei Euro pro Liter kosten. Unterm Strich sind Vitamin- und Fruchtwässer eher eine Bequemlichkeitslösung als ein Gesundheitsprodukt. dpa/red
Autor:Jens Vollmer aus Kaiserslautern |