Juckreiz, Atemprobleme, Allergien: So bekämpfen Städte den Eichenprozessionsspinner
- Auch in diesem Jahr bekämpfen Kommunen in Rheinland-Pfalz den Eichenprozessionsspinner. (Archivbild)
- Foto: dpa
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Rheinland Pfalz. Die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners kann für Menschen gesundheitliche Probleme verursachen. Mehrere Städte in Rheinland Pfalz reagieren deshalb auch in dieser Saison mit Kontrollen, biologischer Bekämpfung und speziellen Fallen.
Nach Angaben des Umweltministeriums hat sich der Schädling in den vergangenen Jahren weiter ausgebreitet. Besonders betroffen sind Regionen rund um das Neuwieder Becken, der Hunsrück, Teile des Pfälzer Waldes und die Rheinebene.
Die Raupen entwickeln ab dem dritten Larvenstadium feine Brennhaare. Diese brechen leicht ab und enthalten das Nesselgift Thaumetopoein. Bei Kontakt können starke allergische Reaktionen auf Haut und Atemwege auftreten.
Kontrollen und Absaugen der Nester
Viele Kommunen setzen zunächst auf regelmäßige Kontrollen der Eichen. In Mainz werden Nester in Bereichen mit möglicher Gefahr für Menschen von einer Fachfirma abgesaugt und anschließend entsorgt. Bei starkem Befall warnt die Stadt zusätzlich mit Hinweisschildern.
Auch in Koblenz wird ähnlich vorgegangen. Im vergangenen Jahr wurde dort an 185 von insgesamt 1614 Eichen ein Befall festgestellt. Baumkontrolleure prüfen die Bäume frühzeitig. Entdeckte Raupen und Nester werden danach abgesaugt.
In Kaiserslautern werden etwa 1800 Eichen zwischen April und Mai mit dem biologischen Wirkstoff Bacillus thuringiensis behandelt. Zusätzlich entfernen Fachkräfte sichtbare Nester.
Natürliche Feinde sollen helfen
Trier setzt vor allem auf ökologische Maßnahmen. Zunächst wird zwischen Ende April und Mai die Verbreitung des Schädlings überwacht. Anschließend werden betroffene Bäume mit Spezialstaubsaugern gereinigt.
Auf chemische Mittel verzichtet die Stadt bewusst, um andere Insekten zu schützen. Stattdessen wurden in den vergangenen Jahren mehr als 3000 Nisthilfen für Vögel aufgehängt. Viele Vogelarten gelten als natürliche Feinde der Raupen.
Zudem pflanzt Trier verstärkt Eichenarten aus Südwesteuropa und Amerika. Diese werden nach Angaben der Stadt deutlich seltener vom Eichenprozessionsspinner befallen.
Fallen an Baumstämmen
In Worms konzentriert sich der Befall vor allem auf den Stadtpark und den angrenzenden Stadtwald. Auch dort werden Eichen ab Anfang Mai mit Bacillus thuringiensis behandelt.
Zusätzlich kommen immer häufiger spezielle Fallen zum Einsatz. Kunststoffmanschetten werden um den Stamm gelegt und führen die Raupen bei ihrer nächtlichen Wanderung in einen Auffangbehälter, aus dem sie nicht mehr entkommen.
Neben den Kommunen bekämpft auch der Landesbetrieb Mobilität Rheinland Pfalz den Schädling. Maßnahmen erfolgen gezielt an Orten mit hohem Publikumsverkehr, etwa an Geh und Radwegen oder auf Parkplätzen.
Dort werden unter anderem Nematoden eingesetzt. Das sind kleine Fadenwürmer, die zusammen mit Wasser und Alkohol auf befallene Bäume aufgebracht werden und die Raupen bekämpfen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
|
| Cornelia Bauer auf Facebook | |