Hülsenfrüchte: Erbse, Lupine, Soja und Bohne - echte Alleskönner!

Hülsenfrüchte: Erbse, Lupine, Soja und Bohne - echte Alleskönner! / Symbolbild | Foto: Pixel-Shot/stock.adobe.com
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BUND. Erbse, Bohne, Soja, Lupine, aber auch Luzerne und andere verschiedene Kleesorten: Die Vielfalt der Hülsenfrüchte (Leguminosen) ist groß. Rund 20.000 Arten werden dieser Pflanzengattung zugerechnet. Und alle haben eine einmalige, wichtige Eigenschaft: Sie können über Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln Luftstickstoff fixieren und in der Pflanze und im Boden einlagern. Aus Sicht des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist diese wichtige Pflanzenart völlig unterschätzt. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat deshalb bereits 2018 den 10. Februar zum Internationalen Tag der Hülsenfrüchte erklärt.

Patrick Müller, Referent für Agrarpolitik beim BUND: „Hülsenfrüchte haben viele Vorteile. Sie binden Stickstoff aus der Luft, und sorgen so dafür, dass weniger fossiler Dünger eingesetzt werden muss – so verringern wir die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und schützen außerdem das Grundwasser. Spannende Entwicklungen gibt es auch im Bereich der alternativen Proteine. Hier können Hülsenfrüchte unsere Ernährung bereichern und dabei helfen, den viel zu hohen Fleischkonsum zu senken. Sie können von bäuerlichen Betrieben regional angebaut werden und so unsere Ernährungssicherheit und Unabhängigkeit von weltpolitischen Krisen stärken.”
Leguminosen sind bedeutsam für eine gute Landwirtschaft. Sie bereichern die Fruchtfolge, lockern den Boden und sparen an dem, was insbesondere in der konventionellen Landwirtschaft oft Probleme bereitet: übermäßiger Einsatz von Stickstoff. Ihre Nutzungsmöglichkeiten sind dabei vielfältig. So können sie als einheimisches Futtermittel sehr gut die aus vielen Gründen problematischen Sojaimporte, welche oft die Abholzung des Regenwaldes fördern und gentechnisch verändert sind, aus dem globalen Süden ersetzen. Mit ihrem hohen Eiweißgehalt sind viele von ihnen die beste Ausgangsbasis für die direkte menschliche Ernährung und können als attraktive Proteine die aus Klima-, Gesundheits- und Tierschutzsicht oft schlechter zu bewertenden tierischen Proteine ersetzen.

Anbaufläche in Deutschland steigt – aber noch immer Importe nötig

Die Anbaufläche beträgt aktuell etwa nur sechs Prozent der Ackerfläche in Deutschland – aktuell mit steigender Tendenz. Das Bundeslandwirtschaftsministerium fördert den Anbau seit 2012 gezielt über die Eiweißpflanzenstrategie. Ziel ist, insbesondere die Abhängigkeit vom Weltmarkt zu verringern und stattdessen heimische Wirtschaftskreisläufe zu stärken. Doch noch immer wird der größte Teil des pflanzlichen Eiweißes, hauptsächlich Sojafuttermittel, aus Südamerika und den USA importiert. Um diese Abhängigkeit zu verringern, ist einerseits die Reduzierung der Tierzahlen in Deutschland und Europa unumgänglich, andererseits müssen regional deutlich mehr Leguminosen angebaut werden. Nur so können der weiterhin bestehende, verringerte Bedarf an Futtermitteln sowie der steigende Bedarf an Hülsenfrüchten für die direkte menschliche Ernährung langfristig gedeckt werden. Nicht zuletzt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung sowie die Krankenkassen empfehlen eine deutlich pflanzenbasiertere Ernährung, die sich durch Nüsse, Obst und Gemüse sowie einen hohen Anteil an Leguminosen auszeichnet.

Müller: „Sowohl für Umwelt-, Klima- und Tierschutz, als auch für die menschliche Gesundheit sollten sehr viel mehr Leguminosen regional angebaut werden und auf unserem Speiseplan stehen. Der Tag der Hülsenfrüchte trägt hoffentlich dazu bei, diese wichtige Proteinquelle mehr in den Fokus von Politik, Wirtschaft und nicht zuletzt der Verbraucher*innen zu rücken.“red

Autor:

Karin Hoffmann aus Ludwigshafen

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