Hörakustiker: 531 neue Gesellen sollen Versorgung spürbar entlasten
- 531 neue Gesellen im Hörakustiker-Handwerk. Mehr Fachkräfte können Hörtests, Anpassungen und Nachsorge unterstützen.
- Foto: Olaf Malzahn
- hochgeladen von Wochenblatt Redaktion
Hörtest. Mehr frisch ausgebildete Hörakustiker bedeuten im Alltag vor allem bessere Chancen auf zeitnahe Termine für Hörtest, Anpassung und Nachsorge, wenn das Hören nachlässt oder ein Hörgerät nicht optimal sitzt.
Wie die Bundesinnung der Hörakustiker KdöR mitteilt, haben am Freitag, 4. Juli, bundesweit 531 Auszubildende nach bestandener Prüfung ihre duale Ausbildung im Hörakustiker-Handwerk abgeschlossen. Die traditionelle Gesellenfreisprechung fand zentral in Lübeck statt, in der Musik- und Kongresshalle (MuK) waren laut Veranstalter mehr als 1.200 Gäste dabei.
Für Menschen mit Hörproblemen ist die Einordnung klar. Die Versorgung hängt nicht nur vom Gerät ab, sondern von Fachpersonal, das Hörtest, Auswahl, Anpassung und spätere Feineinstellungen übernimmt. Die neuen Gesellen sind damit zusätzliche Fachkräfte, die mittelfristig die Kapazitäten in den Betrieben verbreitern können.
Was die Zahlen für Betroffene mit Hörproblemen einordnen
Die Branche nennt dazu mehrere Orientierungswerte. Rund 2.400 Auszubildende lernen derzeit das Hörakustiker-Handwerk. In etwa 7.500 Hörakustiker-Betrieben arbeiten rund 20.000 Hörakustiker, die circa 3,7 Millionen schwerhörige Menschen in Deutschland mit Hörsystemen versorgen.
Praktisch lässt sich daraus ableiten, wo die Entlastung ankommt:
- Mehr Kapazität für Termine. Hörtests, Erstberatung und Anpassungen binden Zeit. Zusätzliche Fachkräfte können Wartezeiten reduzieren, vor allem in Phasen mit vielen Neuanpassungen oder bei Engpässen durch Urlaub und Krankheit.
- Bessere Nachsorge. Viele Probleme entstehen nicht beim Kauf, sondern später, wenn Hörsituationen sich ändern oder das Hörgerät drückt. Mehr Personal erhöht die Chance, dass Kontrollen und Feineinstellungen zeitnah möglich sind.
- Mehr Spezialisierung. Der Campus Hörakustik in Lübeck bietet laut Innung neben der Ausbildung auch Weiterbildung, etwa Richtung Meister oder Spezialisierungen wie Pädakustik, also die Versorgung schwerhöriger Kinder. Solche Spezialisierungen können die Versorgung in komplexeren Fällen verbessern.
Zur Freisprechung in Lübeck gehörten auch Grußworte von Eberhard Schmidt, Präsident der Bundesinnung der Hörakustiker, und Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau. Eine Ehrenlaudatio hielt Anette Röttger (CDU), Mitglied des Landtags Schleswig-Holstein.
Unterm Strich erhöht jeder zusätzliche Jahrgang an Fachkräften die Wahrscheinlichkeit, dass Hörtests, Anpassungen und Reparaturen im Alltag reibungsloser verfügbar sind, auch wenn das regional je nach Betrieb und Auslastung unterschiedlich spürbar sein kann.
Autor:Meike Jakob aus Landau |