Hitzestress in Rheinland-Pfalz: Fledermäuse in Gefahr
- Fledermäuse brauchen ein stabiles Mikroklima. (Symbolbild)
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Rheinland-Pfalz. Die Hitze kann Fledermäusen im Südwesten lebensgefährlich werden: Nach Angaben des Nabu Rheinland-Pfalz leiden vor allem Tiere, die an Gebäuden leben, unter überhitzten Quartieren.
Viele Fledermausarten nutzen im Sommer enge Spalten an Fassaden oder unter Dachverkleidungen als Rückzugsorte. Dort brauchen sie ein möglichst stabiles Mikroklima. Während längerer Hitzewellen heizen sich diese Quartiere jedoch stark auf.
Warum die Tiere besonders gefährdet sind
Die Koordinationsstelle Fledermausschutz Rheinland-Pfalz verweist darauf, dass sich Schwalben- oder Mauerseglernester bei 38 Grad Außentemperatur auf bis zu 60 Grad erwärmen können. Für Fledermausquartiere gibt es laut Nabu zwar keine Messungen. Wegen der Bauweise der engen Spaltenquartiere und der vielen Tiere darin dürfte die Temperatur aber noch höher liegen.
Nach Angaben des Naturschutzbunds kann das zu Hitzestress und Dehydrierung führen. Im schlimmsten Fall sterben die Tiere.
Mehr Fundtiere seit dem starken Temperaturanstieg im Juni
„Es gab seit dem extremen Temperaturanstieg im Juni einen enormen Anstieg bei den Fundtieren. Vergleichbares haben wir in den letzten Jahren noch nicht erlebt“, sagt Kerstin Krämer von der Koordinationsstelle Fledermausschutz Rheinland-Pfalz.
Die hohe Zahl geschwächter Tiere bringt die Fledermauspflegestellen im Land nach ihren Angaben an die Grenzen. Die Stellen arbeiten ehrenamtlich und haben nur begrenzte Aufnahmekapazitäten.
Welche Arten und Tiere besonders betroffen sind
Betroffen sind nach Nabu-Angaben vor allem gebäudebewohnende Arten wie Zwerg- und Mückenfledermäuse. Besonders gefährdet sind auch Jungtiere, die noch nicht flügge sind oder gerade ihre ersten Flugversuche unternehmen. Aber auch erwachsene Tiere können durch Flüssigkeitsmangel so geschwächt sein, dass sie nicht mehr fliegen können.
Diese Tiere müssen gesichert, in Pflegestellen versorgt und später wieder ausgewildert werden. Nicht alle überleben jedoch die Folgen von Hitze und Dehydrierung.
Trockenheit und Starkregen verschärfen die Lage
Zusätzlich verschlechtern Trockenheit und Starkregen die Bedingungen. Ausgetrocknete Wasserstellen und eine durch Starkregen verringerte Zahl an Insekten schränken das Nahrungsangebot der Fledermäuse weiter ein.
Was bei einer geschwächten Fledermaus wichtig ist
Der Nabu empfiehlt, geschwächte oder dehydrierte Fledermäuse nicht sich selbst zu überlassen, sondern fachkundige Hilfe einzuschalten.
- Ansprechpartner nennt die Koordinationsstelle Fledermausschutz Rheinland-Pfalz auf ihrer Internetseite
- Auch spezielle Fledermauskästen können nach Nabu-Angaben helfen, das knapper werdende Quartierangebot zu verbessern
- Natürliche oder zerstörte Quartiere ersetzen solche Kästen allerdings nicht
Die Entwicklung zeigt, wie stark Hitzewellen auch kleine Wildtiere in Rheinland-Pfalz treffen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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