Hirnaneurysma: Warnzeichen richtig einordnen
- Hirnaneurysmen bleiben oft unbemerkt: Die Ausbuchtungen an Blutgefäßen im Gehirn verursachen meist keine Beschwerden.
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Hirnaneurysma. Die meisten krankhaften Gefäßausbuchtungen im Gehirn bleiben unbemerkt, doch plötzlich einsetzende extrem starke Kopfschmerzen mit Nackensteife gelten als medizinischer Notfall. Nach dem Tod des Streamers Adam Wolke rückt die Erkrankung in den Fokus, die bei einem Riss eine lebensbedrohliche Hirnblutung auslösen kann.
Ein Hirnaneurysma ist eine örtlich begrenzte sack- oder beerenförmige Ausbuchtung einer Arterie. Es entsteht häufig an Verzweigungsstellen der Hirngefäße, wenn die Gefäßwand an einer Stelle weniger elastisch ist.
Bluthochdruck und Rauchen zählen zu den Risikofaktoren
Nach Angaben des staatlichen Gesundheitsportals gesund.bund.de haben ungefähr 4 von 100 Erwachsenen ein Hirnaneurysma. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Auch das Risiko für Menschen steigt, deren Eltern oder Geschwister ein Hirnaneurysma haben, ebenso mit zunehmendem Alter.
Zur Entstehung können eine dauerhafte Belastung der Gefäßwände bei Bluthochdruck, Entzündungen und Rauchen beitragen. Mit dem Alter verlieren Blutgefäße zudem an Elastizität. Manche Aneurysmen sind angeboren.
Die meisten Aneurysmen verursachen keine Beschwerden und werden laut gesundheitsinformation.de zufällig entdeckt, etwa bei einer Untersuchung des Kopfes aus einem anderen Anlass. Drückt eine Ausbuchtung auf Hirngewebe oder Nerven, sind unter anderem diese Beschwerden möglich:
- Kopfschmerzen oder Sehstörungen
- Lähmungen der Augenmuskeln
- selten Krampfanfälle
- Empfindungs-, Sprach- oder Hörstörungen
Ein Riss führt zu einer Subarachnoidalblutung
Reißt ein Hirnaneurysma, tritt Blut in den Raum zwischen Gehirn und Hirnhäuten aus. Diese Subarachnoidalblutung erhöht den Druck im Schädel und kann Hirngewebe schädigen. Typisch sind plötzlich auftretende, außergewöhnlich starke Kopfschmerzen. Sie können am Hinterkopf und Nacken beginnen, sich über den Kopf ausbreiten und bis in den Rücken ziehen.
Nackensteife, Übelkeit, Erbrechen und Bewusstseinsstörungen können weitere Anzeichen sein. Bei solchen plötzlich auftretenden Beschwerden ist eine rasche notärztliche Abklärung entscheidend. Laut gesund.bund.de sterben etwa 40 von 100 Betroffenen in den ersten Wochen nach einer solchen Blutung. Bei etwa 30 von 100 Betroffenen bleiben schwere Nervenschäden zurück.
Kontrollen oder Eingriffe hängen vom individuellen Risiko ab
Aneurysmen ohne Beschwerden und mit niedrigem Risiko für einen Riss werden meist kontrolliert. Ärztinnen und Ärzte prüfen dabei beispielsweise per MRT, ob sich Größe oder Form verändern. Ein gut behandelter Bluthochdruck und der Verzicht auf Rauchen können beeinflussbare Risikofaktoren verringern.
Ist das Risiko einer Blutung erhöht, kommen vorbeugende Eingriffe infrage. Beim Clipping wird das Aneurysma mikrochirurgisch mit einem Metallclip verschlossen. Beim Coiling verschließen Platinspiralen die Ausbuchtung über einen Katheter. Beide Verfahren können selbst Risiken wie Schlaganfälle oder Lähmungen bergen und werden deshalb individuell abgewogen. Entscheidend ist die Einordnung plötzlicher Warnzeichen, während unauffällige Aneurysmen häufig erst bei anderen Untersuchungen entdeckt werden. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |