Heizkörper entlüften für Mieter: So wird die Heizung warm
- Das Heizungsventil sollte so lange offenbleiben, bis der Heizkörper nicht mehr gluckert - und ein durchgängiger Wasserstrahl kommt.
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Heizkörper entlüften. Luft im Heizkörper kostet Wärmeleistung und kann dafür sorgen, dass Räume trotz aufgedrehtem Thermostat nur ungleichmäßig warm werden. Vor Beginn der Heizsaison lässt sich das oft mit wenigen Handgriffen beheben. Auch in Mietwohnungen ist das Entlüften möglich, selbst wenn die Umwälzpumpe nicht abgeschaltet werden kann.
Luft leitet Wärme schlechter als Wasser. Deshalb arbeiten Heizkörper effizienter, wenn sich im Inneren möglichst keine Luft sammelt. Markus Lau vom Deutschen Verband Flüssiggas ordnet ein: «Gut entlüftete Heizkörper werden gleichmäßiger warm und arbeiten effizienter».
Ein Hinweis auf Luft im Heizkörper ist nach Angaben der DIY Academy in Köln ein gluckerndes Geräusch, sobald die Heizung läuft. Auch wenn der Heizkörper oben oder im hinteren Bereich kalt bleibt, obwohl das Thermostat voll aufgedreht ist, spricht das für Luft im System.
Auch Mieter können Heizkörper entlüften
Ideal ist es, vor dem Entlüften die Heizung und möglichst auch die Umwälzpumpe auszuschalten. In Mietwohnungen ist das häufig nicht möglich, weil Mieter keinen direkten Zugriff auf die Heizungsanlage haben.
Das Entlüften ist dann trotzdem sinnvoll. «Das Abschalten der Pumpe ist zwar ideal, aber keine zwingende Voraussetzung», erklärt Frank Hettler, Leiter des Informationsprogramms Zukunft Altbau. «Bei laufender Pumpe zirkuliert die Luft weiter im Heizsystem, so dass das Entlüften eventuell etwas länger dauert und nicht ganz so effektiv ist. Aber es hilft.»
Lappen, Eimer und Entlüftungsschlüssel reichen aus
Für das Entlüften werden ein Lappen, ein kleiner Eimer und ein Vierkant-Entlüftungsschlüssel benötigt. Den Schlüssel gibt es in der Regel im Baumarkt. Das Entlüftungsventil sitzt meist rechts oder links oben am Heizkörper, auf der Seite gegenüber dem Thermostat.
Der Ablauf ist einfach, sollte aber langsam erfolgen:
- Eimer unter das Ventil stellen und den Bereich mit einem Lappen schützen.
- Das Ventil mit dem Entlüftungsschlüssel etwa eine Viertel- bis halbe Umdrehung gegen den Uhrzeigersinn öffnen.
- Ein hörbares Zischen zeigt an, dass Luft entweicht.
- Das Ventil offenlassen, bis kein Gluckern mehr zu hören ist und gleichmäßig Wasser austritt.
- Das Ventil vorsichtig schließen, abtrocknen und prüfen, ob es dicht ist.
Nach einigen Sekunden kann der Vorgang erneut wiederholt werden. Sinnvoll ist es, mit dem Heizkörper zu beginnen, der der Heizungsanlage am nächsten liegt. Danach folgen die weiteren Heizkörper nach und nach.
Zu wenig Wasserdruck bremst die Heizleistung
Nach dem Entlüften sollte der Wasserdruck der Anlage kontrolliert werden, sofern das möglich ist. Ein zu niedriger Druck kann die Heizleistung beeinträchtigen und dazu führen, dass Heizkörper weiterhin nicht richtig warm werden.
Der Druck lässt sich am Manometer der Heizungstherme ablesen. Bei vielen Anlagen ist der passende Bereich grün markiert. Andere Anzeigen arbeiten mit Markierungen wie «min.» und «max.». Liegt der Druck darunter, muss möglicherweise Wasser nachgefüllt werden.
Bei Mietern mit Zentralheizung bleibt diese Kontrolle meist Sache der Hausverwaltung oder des Vermieters. Wenn Heizkörper trotz Entlüften längerfristig kalt bleiben oder immer wieder gluckern, ist eine Mitteilung an die zuständige Stelle der nächste praktische Schritt. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |