Gerstenkorn behandeln: Wärme und Schwarztee fürs Auge
- Nicht rumdrücken, lieber beraten lassen: Bei stärkerer Entzündung kann eine antibiotische Augensalbe nötig sein – abklären in Praxis oder Apotheke.
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Gerstenkorn behandeln. Ein schmerzender Knubbel am Augenlid entsteht meist durch eine Entzündung und heilt oft von selbst. Wärme, sanfte Lidpflege und einfache Hausmittel können den Heilungsprozess unterstützen und Beschwerden lindern.
Gersten- und Hagelkörner sind kleine Schwellungen am Ober- oder Unterlid. Hinter beiden steckt eine Entzündung im Bereich der Talgdrüsen. Viele Betroffene empfinden die sichtbare Schwellung im Alltag als störend.
Der Unterschied liegt in der Ursache. Beim Gerstenkorn sind meist Bakterien beteiligt. Es schmerzt häufig und kann ähnlich wie ein Pickel eitern. Laut der Augenärztin Philomena Wawer Matos Reimer von der Uniklinik Köln klingt die Schwellung meist nach wenigen Tagen wieder ab.
Ein Hagelkorn entsteht dagegen durch eine verstopfte Talgdrüse. Es eitert in der Regel nicht, verursacht weniger Schmerzen und entwickelt sich langsamer. Bis die Schwellung verschwindet, können mehrere Wochen oder sogar Monate vergehen.
Wärme und Lidpflege unterstützen die Heilung
Wichtig ist Geduld. Am Knubbel zu drücken kann die Entzündung verschlimmern. Verschiedene Maßnahmen können jedoch helfen, die Heilung zu unterstützen.
- Salben: Bei einem ausgeprägten bakteriellen Gerstenkorn kann eine Augenärztin oder ein Augenarzt eine antibiotische Augensalbe verordnen. Desinfizierende oder entzündungshemmende Salben werden ebenfalls eingesetzt.
- Kompressen mit Schwarztee: Ein frisch zubereiteter schwarzer Tee wird abgekühlt. Ein Tuch wird mit dem lauwarmen Teewasser getränkt und auf das Auge gelegt. Die enthaltenen Gerbstoffe können die gereizte Haut beruhigen. In Apotheken gibt es auch fertige Tücher mit Schwarztee-Extrakt.
- Wärme, Massage und Reinigung: Fünf bis zehn Minuten Wärme auf dem Augenlid können helfen. Geeignet sind Wärmemasken oder ein Kirschkernkissen. Anschließend wird das Lid vorsichtig zum Rand hin massiert und die Lidkante mit einem Wattestäbchen gereinigt.
Wenn der Knoten bleibt, kann ein kleiner Eingriff helfen
Bleibt die Schwellung trotz Geduld bestehen, kann eine Augenarztpraxis das Korn mit einem kleinen Schnitt öffnen. Der Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung und entfernt das entzündete Gewebe.
Manche Menschen entwickeln häufiger Gersten- oder Hagelkörner. Dahinter können Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Rosazea stehen. Auch Diabetes oder Allergien erhöhen das Risiko. Hormonelle Veränderungen etwa in Schwangerschaft oder Wechseljahren können ebenfalls eine Rolle spielen, weil sie die Funktion der Talgdrüsen beeinflussen.
Saubere Lidkanten können vorbeugen
Zur Vorbeugung empfiehlt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft eine regelmäßige Pflege der Lidkanten, zum Beispiel im Rahmen der täglichen Dusche. Zusätzlich können einfache Gewohnheiten helfen.
- regelmäßiges Händewaschen
- gründliches Abschminken
- möglichst nicht an den Augen reiben
- Rauch vermeiden
In seltenen Fällen steckt hinter einer Schwellung am Augenlid eine andere Erkrankung. Warnzeichen sind fehlende Wimpern, eine deutlich wachsende Schwellung oder eine nicht heilende Wunde mit Blutungen. Solche Veränderungen sollten zeitnah augenärztlich abgeklärt werden. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |