Gemüsegarten im Sommer: So gelingt die Ernte trotz Hitze und Trockenheit
- Gemüse im Sommer bei Hitze und Trockenheit erfolgreich anbauen mit passender Sortenwahl, effizienter Bewässerung und Bodenpflege.
- Foto: Industrieverband Agrar e.V. (IVA), Foto: COMPO GmbH
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Gemüsegarten im Sommer. Mit hitzeverträglichen Kulturen, gleichmäßiger Wasserversorgung und einem gut gepflegten Boden lässt sich die Ernte auch bei Trockenphasen stabil halten.
Wenn wochenlang kaum Regen fällt und Beete in der Sonne aufheizen, geraten vor allem frisch gesäte Reihen und junge Pflanzen schnell unter Stress. Dann hilft eine Kombination aus passender Sortenwahl, effizientem Gießen und Maßnahmen, die die Feuchtigkeit im Boden halten.
Als Orientierung nennt der Industrieverband Agrar e. V. (IVA) drei Stellschrauben, die in Hitzeperioden besonders viel bringen: robuste Gemüsearten wählen, Wasser bedarfsgerecht und sparsam einsetzen und den Boden so pflegen, dass er Feuchtigkeit besser speichert.
Welche Gemüse bei Hitze meist leichter durchhalten
Nicht jedes Gemüse steckt hohe Temperaturen und längere Trockenphasen gleich gut weg. An sonnigen, windanfälligen oder stark aufgeheizten Standorten lohnt es sich, Kulturen einzuplanen, die mit Wärme und zeitweise weniger Wasser besser zurechtkommen.
- Oft robuster im Sommer: Tomaten, Paprika, Auberginen. Außerdem gelten Kürbis, Möhren, Zwiebeln und Kartoffeln als vergleichsweise widerstandsfähig.
- Häufig empfindlicher: Gurken, Radieschen, Kohlrabi. Diese können dennoch gelingen, brauchen dann aber besonders gleichmäßige Feuchtigkeit.
- Blattgemüse für die Sommerernte: Mangold und Pflücksalate wachsen laut IVA meist auch bei höheren Temperaturen zuverlässig.
Wasserbedarf hängt auch von der Entwicklungsphase ab
Entscheidend ist nicht nur, wie heiß der Sommer ist, sondern wann Trockenheit auftritt. Der IVA weist darauf hin, dass Gemüsepflanzen kurz nach der Aussaat oder nach dem Setzen junger Pflanzen besonders empfindlich reagieren. Fehlt in dieser Phase Feuchtigkeit, bleiben Wurzeln und Triebe oft schwächer. Spätere Trockenperioden lassen sich dann schlechter ausgleichen.
Auch während Blüte und Fruchtbildung wirkt sich Wassermangel direkt auf den Ertrag aus. Bei Tomaten oder Gurken können starke Schwankungen in der Wasserversorgung zu Wachstumsstörungen oder zu geringerer Fruchtqualität führen.
Effizient gießen und Wasser gezielt nutzen
Ausreichendes Gießen bleibt in Hitzephasen zentral, gleichzeitig wird ein sparsamer Umgang mit Wasser wichtiger. Als einfache Möglichkeit nennt der IVA die Nutzung von Regenwasser, das in regenreicheren Zeiten aufgefangen wird.
- Regenwasser über Regentonnen oder Zisternen speichern und später bedarfsgerecht zum Gießen nutzen. Das schont Frischwasserressourcen.
Balkon, Kübel, Hochbeet: Erde trocknet schneller aus
Wer Gemüse in Hochbeeten, Balkonkästen oder Kübeln anbaut, muss die Feuchtigkeit besonders im Blick behalten. In Pflanzgefäßen erwärmt sich die Erde schneller als im Gartenboden und trocknet entsprechend rascher aus. In heißen, trockenen Phasen kann es deshalb nötig sein, die Feuchtigkeit häufiger zu kontrollieren und Gießintervalle anzupassen.
Zusätzlich können helle Pflanzgefäße helfen, die Aufheizung zu verringern.
Mulchen, Kompost, Hacken: Boden so pflegen, dass er Wasser hält
Neben der Bewässerung entscheidet der Boden darüber, wie gut Gemüse längere Trockenphasen übersteht. Mulchschichten aus Rasenschnitt, Stroh oder anderen Pflanzenresten schützen den Boden vor Austrocknung und starker Aufheizung. Gleichzeitig fördern sie das Bodenleben und können die Bodenstruktur langfristig verbessern.
Auch Kompost und andere organische Materialien erhöhen den Humusgehalt und verbessern damit die Fähigkeit, Wasser zu speichern.
Neben Wasser brauchen Gemüsepflanzen Nährstoffe. Eine bedarfsgerechte Düngung unterstützt die Entwicklung kräftiger Wurzeln und ein ausgewogenes Wachstum. So lassen sich vorhandene Wasserreserven im Boden besser nutzen.
Regelmäßiges Hacken lockert die obere Bodenschicht und kann eine verhärtete Kruste verhindern. Das erleichtert, dass Wasser in tiefere Schichten und zu den Wurzeln gelangt. Das hilft nicht nur in Trockenzeiten, sondern auch nach Hitzephasen, wenn Starkregen auf ausgetrocknete Böden trifft und Wasser sonst schlechter einsickert.
Unterm Strich lohnt sich im Sommer vor allem eine Kombination aus robusten Kulturen, gleichmäßiger Wasserversorgung und einem Boden, der Feuchtigkeit länger hält. (red)
Autor:Thorsten Kornmann aus Karlsruhe |