Gehirn gesund halten: Diese Faktoren senken Demenz- und Schlaganfallrisiko

Wenn Blutdruck, Schlaf und Bewegung im Alltag vernachlässigt werden, steigt das Risiko für Schlaganfall und Demenz. Viele Faktoren lassen sich jedoch beeinflussen und damit die Chancen auf lange Selbstständigkeit verbessern. | Foto: Khunatorn/stock.adobe.com
  • Wenn Blutdruck, Schlaf und Bewegung im Alltag vernachlässigt werden, steigt das Risiko für Schlaganfall und Demenz. Viele Faktoren lassen sich jedoch beeinflussen und damit die Chancen auf lange Selbstständigkeit verbessern.
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Gehirn gesund halten. Wer Blutdruck, Bewegung, Schlaf und Rauchen im Blick behält, kann das persönliche Risiko für Schlaganfall und Demenz messbar senken und damit im Alltag länger selbstständig bleiben.

Viele Menschen erleben es im Umfeld, wenn nach einem Schlaganfall plötzlich Reha, Pflege oder Einschränkungen im Alltag nötig werden oder wenn eine Demenz schleichend die Selbstständigkeit verändert. Daten aus Deutschland zeigen, wie häufig die beiden Erkrankungen sind: Jährlich erkranken rund 300.000 Menschen neu an Demenz und annähernd 270.000 erleiden einen Schlaganfall.

Die RHÖN-KLINIKUM AG verweist in einer aktuellen Mitteilung des Universitätsklinikums Gießen und Marburg darauf, dass diese neurologischen Erkrankungen oft als schicksalhaft betrachtet werden. Nach Einschätzung von Prof. Dr. Heidrun Krämer-Best, kommissarische Direktorin der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Gießen, lassen sich viele Risikofaktoren beeinflussen und damit das Erkrankungsrisiko deutlich senken.

Welche Risikofaktoren im Alltag besonders zählen

Das Gehirn steuert Denken, Fühlen und Handeln, ist aber empfindlich gegenüber Durchblutungsstörungen und neurodegenerativen Erkrankungen wie Demenz. Viele der bekannten Risikofaktoren hängen direkt mit dem Alltag zusammen und gelten als beeinflussbar:

  • Bluthochdruck
  • Diabetes
  • Hohe Blutfette und erhöhtes Cholesterin
  • Rauchen
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Schlafmangel oder Schlafstörungen
  • Übermäßiger Alkoholkonsum
  • Kopfverletzungen
  • Anhaltender Stress

Ein wichtiger Punkt dabei ist die Einordnung: Nicht jeder Risikofaktor bedeutet automatisch, dass eine Erkrankung eintritt. In der Summe steigt das Risiko jedoch, und genau dort setzt Prävention an.

Studien und Auswertungen, auf die sich die Deutsche Gesellschaft für Neurologie bezieht, darunter INTERSTROKE und Global Burden of Disease, kommen zu dem Ergebnis, dass mindestens 70 Prozent der Schlaganfälle und bis zu 45 Prozent der Demenzen durch konsequente Kontrolle der Risikofaktoren vermeidbar wären. Das sind Schätzwerte auf Basis wissenschaftlicher Daten, keine Garantie für den Einzelfall.

Im Alltag zeigt sich Prävention oft als Kombination mehrerer Bausteine: regelmäßige körperliche Aktivität, mediterrane Ernährung mit viel Obst und Gemüse, Rauchstopp sowie eine gute Kontrolle von Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin. Diese Faktoren gelten als besonders relevant, weil sie direkt die Gefäßgesundheit beeinflussen und damit auch die Durchblutung des Gehirns.

Gerade im mittleren Lebensalter werden zudem Faktoren genannt, die das Demenzrisiko messbar erhöhen können: Hörschäden, soziale Isolation, Depression, körperliche Inaktivität und ein geringes Bildungsniveau. In der Praxis heißt das vor allem, dass geistige Aktivität, soziale Kontakte, ausreichend Schlaf und eine konsequente Behandlung kardiovaskulärer Risiken als sinnvolle Schutzfaktoren gelten.

In einer alternden Gesellschaft, in der die Zahl der Menschen mit Demenz und die Häufigkeit von Schlaganfällen in den kommenden Jahrzehnten voraussichtlich zunehmen werden, hat Prävention neben dem individuellen Nutzen auch eine gesellschaftliche Dimension. In der Mitteilung wird außerdem eingeordnet, dass ein gesunder Lebensstil das Risiko für das Auftreten einer Demenz um das Fünffache reduzieren kann.

Wer sich weiter informieren möchte, findet Hintergründe über die Klinik für Neurologie am UKGM Gießen unter https://www.ukgm.de/ugm_2/deu/ugi_neu/index.html.

Praktisch bleibt als Konsequenz: Mehrere kleine, alltagstaugliche Stellschrauben zusammen sind oft der wirksamste Hebel, um Gehirn, Gefäße und damit die Chance auf lange Selbstständigkeit zu stärken.

Autor:

Meike Jakob aus Landau

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