Frühjahrsputz: Schonend für Umwelt und Gesundheit

Frühjahrsputz: Schonend für Umwelt und Gesundheit / Symbolfoto | Foto: sebra/stock.adobe.com
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BUND. Fenster säubern, Teppich reinigen, Ofen schrubben: Landauf, landab putzen viele Menschen im Frühjahr ihre Wohnung oder ihr Haus. Doch viele Reinigungsmittel enthalten umweltschädliche oder gesundheitsgefährdende Chemikalien. Luise Körner, Chemieexpertin beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erklärt, welche ökologischen und gesündere Alternativen es gibt.

Problematische Inhaltsstoffe in Putzmitteln

Putzmittel sollen Schmutz, Fett und Keime entfernen. Zu den wichtigsten Wirkstoffen zählen Tenside, Säuren wie Zitronen- oder Essigsäure, Lösungsmittel wie Alkohol oder Glykolether, Basen wie das stark ätzende Natriumhydroxid, Enzyme, die Eiweiße, Stärke oder Fette abbauen, sowie Desinfektions- oder Bleichmittel, die Bakterien und Pilze reduzieren. Auch für die Reinigung unnötige Inhaltsstoffe finden sich in Putz- und Reinigungsmitteln, insbesondere Konservierungsstoffe, Duft- und Farbstoffe. „Viele Putzmittel enthalten zahlreiche Inhaltsstoffe, die sowohl für die Umwelt auch für die Gesundheit schädlich sind“, erklärt Körner. Die Finger sollte man von Produkten lassen, mit diesen problematischen Inhaltsstoffen: Ammonia, Ammonium, Natriumhypochlorit, Amyl Cinnamal, Galaxolid, Isoeugenol, Limonene, Linalool, Zimtaldehyd, Methylisothiazolinon, Hexyl Cinnamaldehyde, Benzylakohol, Coumarin, Benzyl Benzoate, Geraniol, Eugenol, Methylheptincarbonat, Sodium Hypochlorite, Benzalkoniumchlorid, Isothiazolinone.

Umweltfreundliche Reiniger als Alternative

„Es gibt keine amtliche Definition für Bio-Reiniger. Greifen Sie daher zu Reinigungsmitteln, die mit zertifizierten Siegeln versehen sind“, so Körner. Produkte mit Siegeln wie dem „Blauen Engel“ oder dem EU-Umweltzeichen „EU Ecolabel“ wurden von einer unabhängigen Stelle geprüft. Diese Siegel sind gute Anhaltspunkte dafür, dass weniger bedenkliche Stoffe enthalten sind. Allerdings müssen sie nicht völlig frei von bedenklichen Stoffen sein, da beispielsweise noch problematische Konservierungsstoffe enthalten sein können.

Blauer Engel: Produkte mit dem Blauen Engel dürfen keine gesundheits- und umweltschädlichen Konservierungsmittel und Duftstoffe enthalten. Die Tenside sollen vorwiegend pflanzlich sein.

EU Ecolabel: Mit dem EU Ecolabel ausgezeichnete Produkte dürfen nur wenig Chemikalien enthalten. Einige umweltbelastende Stoffe wie biologisch nicht abbaubare Weichmacher sind verboten. Außerdem setzt das Label eine gute Umweltbilanz in der Herstellung voraus.

Ecocert: Das Ecocert-Siegel hat besonders strenge Kriterien: 95 Prozent der Inhaltsstoffe müssen natürlichen Ursprungs sein, das Produkt darf keine Inhaltsstoffe aus Erdgas oder Erdöl enthalten. Künstliche Konservierungsmittel sind allerdings erlaubt, solange sie nicht über 5 Prozent der Inhaltsstoffe ausmachen.

DAAB: Produkte mit dem Siegel des Deutschen Allergie- und Asthmabundes schließen Inhaltsstoffe aus, die Allergien auslösen können. Das Siegel prüft allerdings nicht auf Umweltverträglichkeit.

Auch kann man guten Gewissens zu Produkten greifen, die von Ökotest mit „Sehr gut“ ausgezeichnet wurden.

Sparsam mit Putzmitteln umgehen

Statt Reinigungsmittel zu versprühen, gibt man diese direkt auf ein feuchtes Tuch. So atmet man keine gesundheitsschädliche Aerosole ein. Putztücher verwenden mit strukturierter Oberfläche – sie sind besonders effektiv in der Schmutzaufnahme und, senken so den Putzmittelverbrauch. Putztücher aus Naturmaterialien bevorzugen, das spart fossile Ressourcen. Nachhaltig zertifizierte Textilien verzichten außerdem auf giftige Ewigkeitschemikalien (PFAS), mit denen manche Putztücher versehen sind, um schmutzabweisend zu sein.
Außerdem zu festen Reinigungsprodukten wie Pulver oder Tabs greifen. Diese enthalten meist weniger Konservierungsstoffe als flüssige Produkte. Zudem spart man durch geringeres Gewicht und Volumen beim Transport CO2 ein. Mit diesen einfachen Maßnahmen lässt es sich sauber putzen, ohne Umwelt und Gesundheit zu gefährden.

Ökologische Alternative: Putzmittel selber herstellen

„Sie können sogar ganz auf auf herkömmliche Putzmittel verzichten und einfache Hausmittel anwenden, die schon den Großeltern gute Dienste geleistet haben“, sagt Körner.

Kalk entfernen: Kalk im Bad und in der Küche lässt sich generell gut mit Essig oder Zitronensaft bekämpfen. Zum säubern der Duschkabine: Essig und Zitronensäure im 1:2 Verhältnis mischen, mit einem Schwamm auftragen, 15 Minuten einwirken lassen und mit warmen Wasser abspülen. Um den "Peeling-Effekt" für die Reinigung von Dusche oder Badewanne zu verstärken, kann man etwas Salz hinzugeben.

Fenster reinigen: Vom Regenwetter stark verschmutzte Fenster reinigt man am besten mit einer ausrangierten Nylonstrumpfhose und einem guten Schuss Essig oder Zitronensaft im Putzwasser. Essig und Zitrone wirken als natürliche Kalklöser, die Strumpfhose entfernt auch festeren Schmutz ohne Kratzer zu hinterlassen. Gegen Fettreste hilft übrigens auch aufgebrühter Schwarztee. Die darin enthaltenen Gerbstoffe entfernen Öl und Nikotin und wirken auch nachhaltig als Schutzschild gegen neue Verschmutzungen.

Abfluss reinigen: Gegen einen verstopften Abfluss hilft kochendes Kartoffelwasser. Ist dieser jedoch extrem stark verschmutzt, hilft nur noch eine Mischung aus Essig und Natron. Hierzu gibt man drei bis vier Esslöffel Natron direkt in den Abfluss. Anschließend spült man mit einer Tasse Essig nach, um die chemische Reaktion in Gang zu setzen. Ungefähr 30 Minuten später spült man mit warmem Wasser nach. Mit dem Natron-Essig-Mix lässt sich auch das WC reinigen. Sollte man kein Natron zur Hand haben, kann man auch Backpulver verwenden.

Teppich säubern: Teppiche werden mit Natron wieder frisch. Man löst das Pulver in warmen Wasser auf und sprüht den Teppich mit Hilfe einer Sprühflasche damit ein. Nachdem das Natron für einige Stunden einwirken konnte, kann man es mit dem Staubsauger einfach aufsaugen. Das Natron entfernt Gerüche und kleinere Verunreinigungen. Druckstellen im Teppich lassen sich gut mit einigen Dampfstößen aus dem Bügeleisen wieder aufpolstern. Dabei allerdings darauf achten, den Teppich nicht direkt mit dem Bügeleisen zu berühren.

Gardinen weißen: durch gewöhnliches Küchensalz wird Weiß wieder zum Strahlen gebracht. Man löst das Salz dazu in warmem Wasser auf und lässt den Stoff für mehrere Stunden einweichen. Anschließend wäscht man die Gardine ganz normal in der Waschmaschine. Auf diese Weise kann man auf chlorhaltige Reiniger oder Waschmittel mit optischen Aufhellern verzichten, welche die Gewässer belasten.

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Autor:

Karin Hoffmann aus Ludwigshafen

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