Ferienwohnungen sicher durch die Winterpause bringen
- Elektronische Armaturen ermöglichen regelmäßige Stagnationsspülungen in leerstehenden Ferienwohnungen
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Leerstehende Ferienwohnungen brauchen auch in der Winterpause Aufmerksamkeit: In den Wasserleitungen darf das Trinkwasser nicht zu lange stehen. Vermieterinnen und Vermieter müssen deshalb entweder eine fachgerechte Wiederinbetriebnahme vorbereiten oder während des Leerstands regelmäßig alle Entnahmestellen spülen.
Die Trinkwasserverordnung verlangt spätestens alle 72 Stunden einen vollständigen Wasserwechsel über die gesamte Installation. Für Wasser zum Trinken und Kochen gilt nach Angaben des Umweltbundesamtes sogar eine deutlich kürzere Zeitspanne von höchstens vier Stunden, in denen es in der Leitung stehen sollte.
Automatische Spülungen bei Leerstand
Stehendes Wasser kann die Vermehrung von Legionellen begünstigen. Die Bakterien können sich über Aerosole verbreiten, die etwa beim Duschen oder Händewaschen entstehen, und beim Einatmen schwere Infektionen wie die Legionärskrankheit auslösen. Wie aufwendig die Rückkehr zum normalen Betrieb ausfällt, hängt von der Dauer des Stillstands ab. Die technischen Regelwerke sehen für längere Pausen umfangreichere Maßnahmen vor, wodurch auch Aufwand und Kosten steigen können. Wer die Installation während des Winters regelmäßig vollständig durchspült, kann diese zusätzliche Arbeit reduzieren. Eine manuelle Lösung bedeutet allerdings, dass spätestens alle drei Tage jemand vor Ort sämtliche Armaturen öffnen muss.
Welche Stellen besonders wichtig sind
Elektronische Armaturen können Stagnationsspülungen automatisch nach festgelegten Intervallen auslösen. Die MODUS E von Schelll startet eine Spülung, wenn 24 Stunden lang kein Wasser entnommen wurde. Die Armaturen der Generation E² lassen sich über Bluetooth mit der App steuern, sodass sich Spülintervalle planen und anpassen lassen. GRANDIS E verbindet eine berührungslose Sensortechnik mit der klassischen Bedienung über einen Einhebelmischer.
Sinnvoll sind solche Lösungen vor allem an strategischen Punkten wie dem Gäste-WC, einem zweiten Bad oder der Küche. Diese Entnahmestellen liegen häufig am Anfang oder Ende der Wohnungsinstallation und können bei regelmäßiger Nutzung oder automatischer Spülung auch die Wohnungszuleitung sowie einen Teil der Hauptleitung durchströmen.
Was vor der Winterpause geklärt werden sollte
Die Regelung betrifft nicht nur die Monate außerhalb der Saison. Auch zwischen zwei Buchungen kann eine Ferienwohnung mehrere Tage leer stehen, sodass die 72-Stunden-Frist schnell erreicht ist. Automatische Spülungen können deshalb während des gesamten Jahres zum Einsatz kommen.
Bei mehreren Wohnungen oder einer Ferienhausanlage lassen sich die Armaturen über ein Wassermanagement-System vernetzen. Vermieterinnen und Vermieter können Spülintervalle zentral programmieren und die ausgeführten Spülungen dokumentieren, wodurch ein Nachweis über die Betreiberpflichten verfügbar bleibt.
Vor der Winterpause sollten Vermieterinnen und Vermieter zunächst die voraussichtliche Stillstandsdauer ab der letzten Wasserentnahme einschätzen. Danach gilt es, sämtliche Entnahmestellen einschließlich selten genutzter Bereiche wie Gäste-WC oder Außenzapfstelle zu erfassen, ein Spülkonzept festzulegen und die Dokumentation zu sichern. Ein SHK-Fachbetrieb kann die Installation prüfen und beurteilen, an welchen Stellen elektronische Armaturen besonders wirksam sind. [red]
Autor:Jens Vollmer aus Kaiserslautern |