Falschgeld erkennen: So prüfen Verbraucher Euro-Scheine schnell
- Falsche Größe, fehlende Sicherheitsmerkmale, schlechte Farbgebung: Ein gefälschter Euro-Schein (unten) ist nicht immer so leicht vom Original zu unterscheiden.
- Foto: Franziska Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Falschgeld erkennen. Euro-Scheine lassen sich im Alltag oft mit einem kurzen Blick- und Tastcheck prüfen, weil echte Banknoten mehrere Sicherheitsmerkmale haben, die Fälscher meist nicht vollständig nachahmen. Nach Zahlen der Deutschen Bundesbank wurden im ersten Halbjahr rund 30.000 gefälschte Euro-Banknoten aus dem Verkehr gezogen. Im ersten Halbjahr davor waren es noch rund 37.000, in der zweiten Jahreshälfte rund 31.000 Stück.
Die Wahrscheinlichkeit, selbst mit Falschgeld in Kontakt zu kommen, ist damit zwar gesunken. Beim Bezahlen oder Wechseln von Bargeld kann ein kurzer Check dennoch helfen, zweifelhafte Scheine schneller zu erkennen.
Diese Merkmale fallen bei echten Euro-Noten auf
Die Deutsche Bundesbank rät zum Schnelltest «fühlen, sehen, kippen». Hintergrund ist, dass moderne Euro-Noten mehrere Sicherheitsmerkmale tragen, von denen Fälscher häufig nur einzelne nachbilden.
Bei der Annahme von Bargeld kommt es laut Bundesverband deutscher Banken vor allem auf diese Punkte an:
- Haptische Rillen. An beiden Seiten echter Geldscheine sind feine Rillen fühlbar.
- Smaragdzahl. Unten links auf der Vorderseite verändert die Zahl je nach Blickwinkel ihre Farbe von smaragdgrün nach tiefblau.
- Sichtfenster. Ab der 20-Euro-Note sitzt am rechten Rand ein Sichtfenster im Hologramm, das gegen das Licht gut erkennbar ist.
- Wasserzeichen und Sicherheitsstreifen. Gegen das Licht werden auch das Wasserzeichen am linken Rand und der vertikale Sicherheitsstreifen in der Mitte sichtbar.
Wer unsicher ist, kann einen verdächtigen Schein mit einer sicher echten Banknote vergleichen. Unterschiede bei Farbe, Größe oder Oberfläche sprechen dafür, den Schein nicht weiter anzunehmen.
Prüfstift und Schulungen bieten zusätzliche Sicherheit
Ein Geldprüfstift kann die Einschätzung ergänzen. Wird eine helle Stelle markiert und die Spur verfärbt sich nach kurzer Zeit hell und gelblich, gilt der Schein laut Bundesverband deutscher Banken als echt. Bleibt eine dunkle Verfärbung zurück, liegt der Verdacht auf Falschgeld nahe.
Wer häufiger mit Bargeld arbeitet, kann außerdem die kostenfreien Schulungsangebote der Bundesbank nutzen. Dort gibt es Online-Angebote für verschiedene Interessengruppen.
Bei Verdacht gehen Scheine an Polizei oder Bank
Wer Falschgeld angenommen hat oder an der Echtheit zweifelt, sollte die Banknote bei der Polizei oder einer Bank abgeben. Wer versucht, solche Scheine beim nächsten Einkauf weiterzugeben, macht sich strafbar.
Ersatz gibt es nach der Abgabe nicht. Fälschungen werden eingezogen und auch bei Bareinzahlungen von Bankautomaten in der Regel erkannt und nicht gutgeschrieben. Damit bleibt als praktische Konsequenz vor allem, Banknoten kurz zu fühlen, gegen das Licht zu halten und bei Abweichungen genau zu vergleichen. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |