Fahrerassistenzsysteme im Lkw: Eingeschaltet bringen sie mehr Sicherheit
- Im Lkw-Alltag erhöhen eingeschaltete Fahrerassistenzsysteme die Sicherheit, wenn sie richtig verstanden und konsequent genutzt werden.
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Fahrerassistenzsysteme im Lkw. Wer die Assistenzsysteme eingeschaltet lässt und richtig nutzt, senkt das Unfallrisiko, weil Warnungen und Eingriffe früher kommen als die menschliche Reaktion.
Gerade im Arbeitsalltag auf langen Strecken werden Fahrerassistenzsysteme jedoch noch zu wenig genutzt oder zeitweise sogar dauerhaft abgeschaltet. Darauf weist eine aktuelle Umfrage des Deutschen Verkehrssicherheitsrates hin, die in einem Beitrag der DGUV Zeitschriften in Arbeit & Gesundheit zusammengefasst wird.
Ein zentraler Grund ist fehlendes Vertrauen in die Technik. Christopher Frank, Experte für Verkehrssicherheit an der DGUV Akademie, ordnet das ein. Skepsis sei in Sondersituationen nicht unbegründet, etwa wenn Systeme in engen Baustellen an Grenzen stoßen, weil Markierungen oder fehlende Begrenzungen nicht immer zuverlässig erkannt werden. Trotzdem bleibt der praktische Nutzen im Normalbetrieb hoch, wenn die Technik als Unterstützung verstanden wird.
Was im Alltag hilft: Einweisung, Regeln und bewusstes Wiedereinschalten
Damit Fahrerassistenzsysteme ihre Schutzwirkung entfalten, sind laut DGUV-Experte vor allem drei Punkte entscheidend.
- Einweisung und Verständnis für Funktionsweise und Grenzen. Wer weiß, was ein System kann, kann Warnungen besser einordnen und Situationen erkennen, in denen besonders aufmerksam gegengesteuert werden muss.
- Klare betriebliche Regeln, die festlegen, dass Assistenzsysteme grundsätzlich genutzt werden. Das nimmt Unsicherheit aus dem Alltag und verhindert, dass sich „Abschalten“ als Gewohnheit etabliert.
- Ausnahmen bleiben Ausnahmen. Ein kurzfristiges Abschalten kann in einzelnen Situationen sinnvoll sein, etwa bei besonderen Witterungsverhältnissen oder in bestimmten Baustellenbereichen. Entscheidend ist dann, die Systeme danach wieder einzuschalten.
Warum KI-Assistenzsysteme schneller warnen können, aber nicht übernehmen dürfen
KI-gestützte Fahrerassistenzsysteme können laut Beitrag zusätzliche Sicherheit bringen, weil sie Informationen aus Kamerabildern, Fahrzeugdaten und Abstandssensoren miteinander verknüpfen. So können andere Verkehrsteilnehmende und potenzielle Gefahren früher erkannt werden.
Wichtig für die Einordnung ist die Grenze der Technik. Entscheidungen von KI-Systemen müssen übersteuerbar bleiben, wie es auch bei anderen Assistenzsystemen üblich ist. Sie unterstützen, ersetzen aber nicht die Aufmerksamkeit und das umsichtige Verhalten von Fahrerinnen und Fahrern, die weiterhin die Verantwortung für die Sicherheit auf der Straße tragen.
Weitere Hintergründe nennt der DGUV-Beitrag in Arbeit & Gesundheit unter https://aug.dguv.de/verkehrssicherheit/fahrerassistenzsysteme-mit-ki/ sowie die aktuelle Magazin-Übersicht unter https://aug.dguv.de/magazin/ausgaben/.
Praktisch heißt das: Assistenzsysteme bringen den größten Sicherheitsgewinn, wenn sie als Standard aktiviert sind und nur in klar begrenzten Ausnahmen kurz deaktiviert werden.
Autor:Meike Jakob aus Landau |