Eiermangel kurz vor Ostern? Darum sind die Regale gerade leerer als sonst
- Zu Ostern steigt die Eiernacfrage traditionell stark an. Das BZL geht trotz angespannter Marktlage davon aus, dass der Handel den Bedarf insgesamt bedienen kann.
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Eiermangel Ostern. Leere Supermarktregale, fehlende Marken oder Kaufbeschränkungen: In vielen Supermärkten wirkt das Eierangebot derzeit knapper als gewohnt. Kurz vor Ostern fragen sich deshalb viele Verbraucher, ob genügend Eier verfügbar sind. Denn rund um das wichtigste Eierfest des Jahres steigt die Nachfrage traditionell deutlich. Gleichzeitig belasten Tierverluste durch Krankheiten wie die Vogelgrippe sowie strukturelle Veränderungen in der Geflügelhaltung den Markt.
Trotz der angespannten Marktlage gilt die Versorgung mit Eiern in Deutschland jedoch als gesichert. Das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) erwartet zwar eine „traditionsgemäß erhöhte Eiernachfrage“ rund um Ostern. Der Lebensmitteleinzelhandel werde diesen zusätzlichen Bedarf aber „bestmöglich bedienen“, sagt BZL-Leiter Dr. Josef Goos.
Eierverbrauch in Deutschland steigt weiter
Der Eierverbrauch in Deutschland wächst seit mehreren Jahren. Nach vorläufigen Angaben des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft lag der Pro-Kopf-Verbrauch im Jahr 2025 bei 252 Eiern.
Zum Vergleich:
2024: 248 Eier pro Person
2022: 234 Eier pro Person
Damit setzt sich der kontinuierliche Anstieg beim Eierkonsum fort.
Auch der gesamte Nahrungsverbrauch nahm zu. Laut Versorgungsbilanz des BZL wurden 2025 rund 21 Milliarden Eier konsumiert (2024: 20,7 Milliarden). In dieser Zahl sind auch Eier enthalten, die in verarbeiteten Lebensmitteln genutzt werden.
BZL-Leiter Dr. Josef Goos nennt mehrere mögliche Gründe für den steigenden Konsum. Eier seien eine vergleichsweise günstige Quelle für hochwertiges Eiweiß. Außerdem könnten Ernährungstrends wie vegetarische Ernährung oder Low-Carb-Diäten zur höheren Nachfrage beitragen.
Gerade rund um Ostern, wenn traditionell besonders viele Eier gekauft, gefärbt und verarbeitet werden, steigt der Bedarf zusätzlich.
Weniger Legehennen, aber mehr Eier pro Tier
Trotz steigender Nachfrage ist der Bestand an Legehennen leicht gesunken. Im Jahr 2025 gab es in Deutschland rund 51,1 Millionen Legehennen, etwa 400.000 Tiere weniger als 2024. In dieser Zahl sind auch vom BZL geschätzte Bestände aus kleineren Betrieben mit weniger als 3.000 Haltungsplätzen enthalten.
Mehrere Faktoren könnten zu diesem Rückgang beitragen:
- Tierverluste durch Krankheiten wie Vogelgrippe
- die neu aufgetretene Krankheit Newcastle Disease
- der gesetzlich vorgeschriebene Rückbau der Kleingruppenhaltung ab 2026
Gleichzeitig stieg die Legeleistung der Hennen. Eine Legehenne legte 2025 durchschnittlich 299 Eier pro Jahr, vier Eier mehr als im Jahr zuvor (295 Eier). Dadurch konnte die Eiererzeugung in Deutschland leicht steigen. Insgesamt wurden knapp 15,3 Milliarden Konsumeier produziert (2024: 15,2 Milliarden).
Deutschland bleibt auf Eierimporte angewiesen
Trotz der leicht höheren Produktion reicht die heimische Erzeugung nicht aus, um den Bedarf vollständig zu decken. Der Selbstversorgungsgrad lag 2025 bei 72 Prozent und damit einen Prozentpunkt unter dem Vorjahr. Damit sank er bereits das vierte Jahr in Folge. Deutschland muss weiterhin mehr als ein Viertel seines Eierbedarfs importieren.
Importe, Export und Krankheiten belasten den Eiermarkt
Die Importe entwickelten sich unterschiedlich.
- Schaleneier: -1,3 Prozent
- Eiprodukte (z. B. Vollei, Eigelb, Eiweiß): +6 Prozent
Insgesamt ergab sich damit ein leichtes Importplus von 0,8 Prozent.
Die wichtigsten Herkunftsländer für importierte Schaleneier waren:
- Niederlande: 69 %
- Polen: knapp 16 %
- Belgien: rund 3,4 %
Der Import wurde jedoch ebenfalls erschwert. Gründe sind unter anderem sinkende Legehennenbestände in den Niederlanden sowie Auswirkungen der Vogelgrippe, etwa in Polen. In Deutschland mussten mehrere hunderttausend Tiere notgeschlachtet werden, in Polen geht die Zahl der Schlachtungen in Millionenhöhe.
Gleichzeitig ging der Export zurück. Wegen der starken Inlandsnachfrage wurden 12 Prozent weniger Schaleneier und 4 Prozent weniger Eiprodukte exportiert. Hauptabnehmer waren die Niederlande, Belgien und Italien.
Eier zu Ostern: Nachfrage steigt traditionell stark
Rund um Ostern steigt die Nachfrage nach Eiern traditionell deutlich an. Laut BZL wird der Lebensmitteleinzelhandel den zusätzlichen Bedarf bestmöglich bedienen, auch wenn die Marktlage derzeit angespannt ist.
Die Kombination aus steigender Nachfrage, Tierverlusten durch Krankheiten und strukturellen Veränderungen in der Haltung sorgt dafür, dass der Eiermarkt aktuell unter Druck steht. Langfristig gilt die Versorgung jedoch weiterhin als gesichert.
Dieser Text wurde mit maschineller Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.
Autor:Laura Lüttmann aus Neustadt/Weinstraße |
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