E-Scooter sicher fahren: Regeln und Zahlen zum Unfallrisiko in Hessen
- E-Scooter-Unfallrisiko in Hessen: wichtige Regeln und Zahlen im Überblick.
- Foto: ADAC Hessen-Thüringen e.V.
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E-Scooter sicher fahren. Wer die wichtigsten Regeln kennt und typische Fehler vermeidet, senkt das Risiko für Stürze und Kollisionen deutlich, besonders im dichten Stadtverkehr.
E-Scooter sind im Alltag praktisch für kurze Wege, etwa zwischen Bahnstation und Ziel. Gleichzeitig zeigt eine aktuelle Auswertung des ADAC Hessen-Thüringen e.V., dass mit der wachsenden Nutzung auch das Unfallgeschehen zunimmt, vor allem in Großstädten.
Laut Verkehrsunfallbilanz gab es in Hessen im Jahr 2025 rund 1.505 E-Scooter-Unfälle mit Verletzten. Das sind rund 39 Prozent mehr als 2024 mit 1.081. Die Zahl der verletzten Personen stieg im gleichen Zeitraum um 42 Prozent auf 1.011. Besonders häufig betroffen sind laut ADAC junge Erwachsene sowie Kinder und Jugendliche.
Warum E-Scooter schneller außer Kontrolle geraten können
Der ADAC Hessen-Thüringen e.V. ordnet das Risiko auch technisch ein. E-Scooter haben im Vergleich zum Fahrrad kleine Räder und einen relativ hohen Schwerpunkt. Zusammen mit der kräftigen Beschleunigung entsteht eine instabile Fahrdynamik. Das fällt besonders dann ins Gewicht, wenn zu zweit gefahren wird. Dann kann es schnell zum Kontrollverlust kommen.
Zusätzlich werden E-Scooter im Alltag teils wie ein Spielgerät genutzt. Genau das ist im Straßenverkehr ein Risiko, weil Verkehrsregeln oder grundlegende Verhaltensregeln eher ignoriert werden.
Die wichtigsten Regeln im Alltag, kurz und klar
Für ein sicheres Miteinander im Straßenverkehr ist laut ADAC vor allem die Regelkenntnis entscheidend:
- Wo fahren: Wenn vorhanden, müssen Radwege, Radfahrstreifen oder Schutzstreifen genutzt werden. Wenn es diese nicht gibt, ist auf der Fahrbahn zu fahren. Gehwege sind tabu.
- Allein fahren: E-Scooter sind nur für eine Person zugelassen. Eine zweite Person verändert das Gleichgewicht und verschlechtert die Kontrolle.
- Mindestalter: Erlaubt ist das Fahren ab 14 Jahren.
- Überholen und Abstand: Auto- und Motorradfahrer sollten beim Überholen besonders vorsichtig sein. Scooter wirken klein, können aber schnell beschleunigen. Auf beiden Seiten gilt: Abstand halten und vorausschauend fahren.
Alkohol und Ablenkung: Das sind die Konsequenzen
Beim Thema Alkohol gelten für E-Scooter laut ADAC Regeln wie beim Autofahren. Genannt wird eine Grenze von 0,5 Promille.
Wer mit 0,5 bis 1,09 Promille fährt, muss in der Regel mit 500 Euro Bußgeld, einem Monat Fahrverbot und zwei Punkten in Flensburg rechnen. Ab 1,1 Promille liegt eine Straftat vor, dann drohen weitere Konsequenzen.
Auch Ablenkung spielt eine Rolle. Handynutzung beim Fahren ist untersagt, weil Reaktionszeit und Kontrolle über das Fahrzeug leiden.
Beispiel aus der Stadt: Warum Sharing-Angebote Regeln nicht ersetzen
E-Scooter werden vor allem als Kurzstreckenlösung genutzt. In Städten wie Frankfurt, Kassel oder Wiesbaden gehören sie zum Straßenbild. Frankfurt wurde laut ADAC zuletzt bundesweit für das beste Angebot im Bereich geteilter Mikromobilität ausgezeichnet.
Um Sicherheit und Ordnung zu verbessern, führte Frankfurt eine Obergrenze von 10.500 Sharing-E-Scootern ein und reduzierte die Anbieter auf drei. Das kann das Stadtbild strukturieren, ersetzt aber nicht die grundlegenden Sicherheitsregeln beim Fahren.
Weitere Informationen zum Datenschutz beim Herausgeber stehen unter www.adac.de/hth-infopflicht.
Praktisch entscheidend bleibt: Wer Radwegpflicht, Alleinfahren, Nüchternheit und vorausschauendes Fahren ernst nimmt, senkt das Unfallrisiko im E-Scooter-Alltag spürbar.
Autor:Meike Jakob aus Landau |