Deutschlandticket soll 2027 steigen
- Symbolbild: Das Deutschlandticket soll ab 2027 auf 66,80 Euro steigen. Für Gelegenheitsfahrten wird damit ein Monatsabo seltener attraktiv, der Ruf nach einfachen, einheitlichen Alternativen wird lauter.
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Deutschlandticket Preiserhöhung Problem Nahverkehr. Wenn das Deutschlandticket ab 2027 wie angekündigt 66,80 Euro kosten soll, wird es für viele Alltagswege im Nahverkehr spürbar teurer und lohnt sich je nach Nutzung seltener als bisher.
Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) kritisiert, dass regelmäßige Preissteigerungen dazu führen können, dass mehr Menschen aus Kostengründen auf das Ticket verzichten und damit eine einfache, bundesweit einheitliche Nutzung von Bus und Bahn wieder an Attraktivität verliert.
Besonders betroffen sind Menschen, die Bus und Bahn nur gelegentlich nutzen, etwa für Arzttermine, Besuche in der Innenstadt oder einzelne Pendel-Tage. Für diese Gruppe kann ein Abo mit steigendem Monatspreis schneller „zu viel“ sein, obwohl der Bedarf an einfachen Tickets bleibt.
Warum die Preiserhöhung für Gelegenheitsfahrten ein Problem sein kann
Nach Einschätzung des vzbv hat das Deutschlandticket gezeigt, dass ein unkompliziertes, deutschlandweit gültiges Angebot viele Hürden abbaut. Wird das Ticket jedoch regelmäßig teurer, könnte dieser Effekt schrittweise kleiner werden.
Für Gelegenheitsfahrer:innen kommt ein zweiter Punkt hinzu: Ohne Deutschlandticket bleibt häufig ein unübersichtliches Tarifsystem mit Verbundgrenzen, Tarifzonen und unterschiedlichen Ticketarten. Genau diese Komplexität hatte das Deutschlandticket für viele im Alltag reduziert.
Was der vzbv als Alternative vorschlägt
Der vzbv fordert neben dem Deutschlandticket einen bundesweit einheitlichen Nahverkehrstarif für Gelegenheitsfahrten. Die Idee orientiert sich am Prinzip „einfach und überall nutzbar“, aber ohne Abo-Zwang.
Vorgesehen ist ein zeitbasiertes Modell mit wenigen, leicht verständlichen Angeboten:
- Tickets mit festen Nutzungszeiten statt Zonen- oder Entfernungstarifen
- Nutzungsdauern zwischen 15 Minuten und 24 Stunden
- bundesweit gültig im Nahverkehr
- digital und analog nutzbar
Das Ziel ist, dass Fahrten „ab und an“ nicht im Tarifdschungel enden, sondern ähnlich simpel werden wie die Nutzung mit Deutschlandticket.
Praktische Einordnung für den Alltag
Für viele Haushalte bleibt das Deutschlandticket vor allem dann attraktiv, wenn regelmäßig gefahren wird. Steigt der Preis jedoch weiter, wird die persönliche Schwelle, ab wann sich ein Monatsabo rechnet, höher und der Bedarf an einfachen, einheitlichen Kurzzeit- oder Tagestickets wächst.
Weiterführende Informationen bietet das Positionspapier des vzbv: Positionspapier „ÖPNV-Nutzung vereinfachen, Tarife vereinheitlichen“.
Unterm Strich würde eine Preissteigerung auf 66,80 Euro den Nutzen des Deutschlandtickets für Gelegenheitsfahrten eher verringern und macht einfache, bundesweit verständliche Alternativen im Nahverkehr wichtiger.
Autor:Jens Vollmer aus Kaiserslautern |