Cyberattacke trifft Universitätskliniken: Auch Saarland und Köln betroffen
- Ein Cyberangriff auf Daten von Patienten beschäftigt zahlreiche Universitätskliniken. (Symbolbild)
- Foto: Sina Schuldt/dpa
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Wadern. Gestohlene Patientendaten aus Universitätskliniken beschäftigen derzeit viele Betroffene. Nach einem Cyberangriff auf einen externen Abrechnungsdienstleister sind Datensätze von Zehntausenden Privatpatientinnen und Privatpatienten abgeflossen.
Das Unternehmen Unimed aus dem saarländischen Wadern erklärte, der Vorfall werde sehr ernst genommen. Man sei sich möglicher Auswirkungen für Kunden und Patienten bewusst. Nach der Attacke Mitte April sei der Abrechnungsservice jedoch bereits kurz darauf wieder vollständig arbeitsfähig gewesen.
Nach Angaben des Unternehmens hatten die Angreifer offenbar versucht, das gesamte System zu verschlüsseln. Das sei nicht gelungen. Noch bevor der Angriff gestoppt werden konnte, seien allerdings Daten entwendet worden. Betroffen sind laut Unimed ausschließlich Privatpatienten und Selbstzahler.
Daten aus mehreren Uni-Kliniken betroffen
Mehrere Universitätskliniken meldeten gestohlene Datensätze. Besonders betroffen ist Baden Württemberg.
- Universitätsklinikum Freiburg. Rund 54.000 Stammdaten mit Name, Geburtsdatum und Adresse wurden gestohlen. In etwa 900 Fällen auch Rechnungsdaten.
- Universitätsklinikum Heidelberg. Etwa 11.000 Datensätze wurden entwendet.
- Universitätskliniken Ulm und Tübingen. Dort fiel der Schaden deutlich geringer aus.
- Universitätsklinikum des Saarlandes. Mehr als 1.200 Patientinnen und Patienten sind betroffen.
- Uni-Klinik Köln. Rund 30.000 Menschen könnten betroffen sein.
Aus Rechnungsdaten können in einzelnen Fällen auch Hinweise auf Diagnose oder Behandlungsart hervorgehen. Nach Angaben der Kliniken waren jedoch weder die medizinische Versorgung noch klinische IT-Systeme beeinträchtigt.
Kliniken informierten am Donnerstag
Die Universitätskliniken Freiburg, Ulm, Heidelberg und Tübingen machten den Vorfall am Donnerstag, 21. Mai, öffentlich. Der betroffene Dienstleister übernimmt für viele Krankenhäuser in Deutschland die Abrechnung von Leistungen bei Privatpatienten und bei wahlärztlichen Behandlungen.
Die Ermittlungen zum Cyberangriff dauern an. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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