Cyberangriffe auf KMU: Warum Prävention jetzt entscheidend ist
- Symbolbild: Kleine und mittlere Unternehmen sind bei Ransomware besonders häufig betroffen. Ein Blick auf die BSI-Zahlen zeigt, welche Basismaßnahmen im Arbeitsalltag am meisten zählen.
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Cyberangriffe KMU Prävention. Für kleine und mittlere Unternehmen ist das Risiko besonders hoch, weil viele grundlegende Schutzmaßnahmen im Alltag fehlen oder zu locker umgesetzt werden.
Wenn E-Mails mit Rechnungen, Lieferanfragen oder „dringenden“ Login-Hinweisen im Postfach landen, entscheidet oft Routine über Sicherheit. Genau hier setzen viele Angriffe an. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) beschreibt eine Lage, in der Schadsoftware immer schneller variiert und Angreifer gezielt nach leicht verwundbaren Zielen suchen.
Nach Angaben des BSI entstehen täglich rund 280.000 neue Varianten von Schadprogrammen. Besonders bei Windows-Systemen habe Schadsoftware deutlich zugenommen. Gleichzeitig geht es in der Praxis häufig nicht um spektakuläre Einzelfälle, sondern um viele Angriffe, die leise ablaufen und Prozesse stören.
Warum KMU so häufig getroffen werden
Das BSI erfasst für den Zeitraum vom Dienstag, 1. Juli bis Montag, 30. Juni rund 950 offiziell registrierte Ransomware-Fälle. Rund 80 Prozent dieser registrierten Angriffe betreffen kleine und mittlere Unternehmen. Ransomware bedeutet, dass Daten oder Systeme verschlüsselt und dann Lösegeld gefordert wird.
Als Erklärung nennt das BSI vor allem die Kombination aus begrenzten Ressourcen und einem Schutzniveau, das in vielen Betrieben überschätzt wird. Im Durchschnitt erfüllen KMU demnach nur gut die Hälfte grundlegender IT-Sicherheitsanforderungen.
Welche Basismaßnahmen im Alltag oft fehlen
Im Arbeitsalltag sinkt laut BSI häufig das Sicherheitsbewusstsein. Im Schnitt werden weniger als vier Schutzmaßnahmen pro Beschäftigten genutzt. Genannt werden dabei auch sehr grundlegende Punkte, die in vielen Betrieben zwar bekannt sind, aber nicht konsequent umgesetzt werden.
- Regelmäßige Updates für Betriebssysteme und Programme
- Multi-Faktor-Authentifizierung für wichtige Konten
- Strukturierte Passwortverwaltung statt einzelner „Merkwörter“
Praktisch relevant ist dabei weniger die einzelne Maßnahme, sondern die Verlässlichkeit. Angreifer wählen oft Ziele, bei denen schon kleine Lücken reichen, um Zugriff zu bekommen.
Was Versicherer und GDV an Prävention betonen
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ordnet die Entwicklung als Problem für die gesamte Wirtschaft ein und wirbt für mehr Prävention. Der Verband leitet aus den BSI-Lageberichten zwei Punkte ab. Zum einen sollten die Zuständigkeiten des BSI als Cybersicherheitsbehörde stärker auf die gesamte Wirtschaft ausgedehnt werden. Zum anderen brauche es operative Unterstützung, die über Checklisten hinausgeht, etwa einfach nutzbare Tools, mit denen kleinere Betriebe Konfigurationen und Grundeinstellungen prüfen können.
Der GDV beschreibt außerdem den Ansatz, Prävention und Versicherungsschutz zu kombinieren. Dabei setzen Versicherer nach Verbandsangaben bei Kunden ein bestimmtes Sicherheitsniveau voraus und unterstützen bei der Umsetzung von Schutzmaßnahmen. Als Größenordnung nennt der GDV, dass unter versicherten Unternehmen jährlich rund drei Prozent einen Schaden durch Cyberangriffe erleiden.
Einordnung für Entscheidungen im Betrieb
Für die Praxis bedeutet das vor allem, dass grundlegende Standards wie Updates, Mehrfaktor-Login und Passwortprozesse nicht als „IT-Thema“ nebenher laufen, sondern als feste Arbeitsroutine organisiert werden sollten, weil Angreifer laut BSI gezielt dort zuschlagen, wo Resilienz und Alltagsdisziplin am schwächsten sind.
Autor:Meike Jakob aus Landau |