Bitteren Tee vermeiden: Warum Teebeutel ausdrücken nicht wirkt
- Das Quetschen des Teebeutels in der Tasse hat keinen Einfluss auf den Geschmack.
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Teebeutel ausdrücken. Ob ein Teebeutel nach dem Ziehen mit dem Löffel ausgedrückt wird, verändert den Geschmack meist kaum. Entscheidend für Aroma oder Bitterstoffe ist vor allem, wie lange der Tee zieht und wie stark er dosiert ist.
Beim Teekochen sorgt das Ausdrücken des Beutels oft für Diskussionen am Küchentisch. Einige versuchen so, möglichst viel Geschmack herauszuholen. Andere befürchten, dass der Tee dadurch bitter und stark tanninhaltig wird.
Nach Einschätzung von Kyra Schaper vom Deutschen Tee und Kräutertee-Verband wird dieser Effekt häufig überschätzt. Wichtiger für den Geschmack seien Ziehzeit und Menge des Tees.
Ziehzeit entscheidet über Stärke und Bitterstoffe
Wer sich an die Zubereitungsempfehlungen auf der Verpackung hält oder Hinweise aus dem Teefachgeschäft nutzt, erhält meist ein ausgewogenes Ergebnis. Diese Angaben stammen häufig von sogenannten Tea Tastern. Diese professionellen Verkoster probieren täglich zwischen 400 und 600 Tassen Tee.
Vor allem bei schwarzem Tee spielt die Ziehzeit eine große Rolle. Zieht er länger als etwa fünf Minuten, gelangen mehr Gerbstoffe in das Getränk. Der Tee wird dadurch kräftiger und häufig bitter. Der Koffeingehalt steigt in dieser Phase allerdings nicht weiter an.
Auch bei der Wahl des Zubehörs kann es Unterschiede geben. Teebeutel sind nach Angaben der Expertin meist nur etwa zur Hälfte gefüllt. Die Teeblätter haben dadurch Platz, sich im Wasser auszudehnen und sich zu bewegen. "Der Grund ist einfach: Tee muss tanzen." In einem kleinen Tee-Ei kann der Tee dagegen stärker zusammengedrückt sein.
Wer den Beutel vor allem ausdrückt, um Tropfen auf der Untertasse zu vermeiden, kann laut Schaper auch anders vorgehen. Der Beutel lässt sich mit einem Löffel aus der Tasse heben und kurz mit der Schnur um den Löffel wickeln. Dadurch tropft er ausreichend ab, ohne zusätzlich ausgepresst zu werden.
Im Alltag entscheidet daher weniger das Ausdrücken des Teebeutels über den Geschmack als die richtige Menge Tee und die passende Ziehzeit. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |