Bitcoin-Steuer: Was bei einer Abschaffung der 1-Jahres-Frist droht
- Mögliche Abschaffung der 1-Jahres-Haltefrist und Folgen für die Besteuerung von Kryptowährungen.
- Foto: Waltio
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Bitcoin-Steuer. Die 1-Jahres-Haltefrist gilt in Deutschland aktuell weiter, doch wer mit Bitcoin oder anderen Kryptowährungen Gewinne plant, sollte sich auf mögliche Änderungen und mehr Dokumentationsaufwand einstellen.
Deutschland war für viele Krypto-Anleger auch deshalb attraktiv, weil Gewinne nach mindestens zwölf Monaten Haltedauer bislang steuerfrei möglich sind. Nach Angaben des Krypto-Steuer-Tools Waltio wird diese Regelung in den laufenden Haushaltsverhandlungen der Bundesregierung erneut diskutiert.
Als mögliche Begründung werden zusätzliche Einnahmequellen genannt. In Medienberichten wird Finanzminister Lars Klingbeil in diesem Zusammenhang erwähnt. Parallel stehen auch andere Abgaben wie auf Zucker, Plastik, Alkohol oder Tabak im Raum.
Was sich ohne Haltefrist für private Anleger ändern würde
Derzeit werden Kryptowährungen in Deutschland steuerlich als private Veräußerungsgeschäfte behandelt, vergleichbar mit bestimmten Verkäufen von privaten Wertgegenständen. Der zentrale Praxispunkt ist die Frist. Nach zwölf Monaten Haltedauer können Gewinne bislang vollständig steuerfrei sein.
Fällt diese Haltefrist weg, wären Gewinne aus Kryptowährungen laut der Debatte voraussichtlich unabhängig von der Haltedauer steuerpflichtig. Für den Alltag von Anlegern hätte das vor allem zwei Folgen.
- Mehr Nachweise: Käufe, Verkäufe, Tauschvorgänge und Transfers müssten lückenlos nachvollziehbar dokumentiert werden, um Gewinne korrekt zu ermitteln.
- Mehr Planung: Steuerliche Effekte würden nicht mehr durch reines „Aussitzen“ über zwölf Monate steuerfrei. Entscheidungen über Verkäufe würden stärker von Steuersätzen und dem persönlichen Timing abhängen.
Politisch ist die Lage offen. Im Text von Waltio wird darauf verwiesen, dass die Grünen zuletzt einen Gesetzentwurf zur Abschaffung der steuerfreien Haltefrist eingebracht hatten. Dieser wurde im Finanzausschuss abgelehnt. Unterstützung kam demnach vor allem von der Linksfraktion, während CDU/CSU und AfD sich gegen die Abschaffung der Haltefrist aussprachen.
Warum die Transparenz bei Krypto-Steuern ohnehin zunimmt
Unabhängig vom Ausgang der deutschen Debatte nimmt die steuerliche Transparenz im Kryptomarkt zu. Waltio verweist hier auf neue EU-Regeln wie DAC8, die den automatischen Informationsaustausch zwischen Kryptoplattformen und Steuerbehörden in den kommenden Jahren deutlich ausweiten sollen.
Praktisch heißt das für Anleger: Wallets, Börsen und Transaktionen sollten so erfasst sein, dass sich Ein- und Ausgänge sowie Anschaffungswerte später nachvollziehbar zusammenführen lassen.
Viele nutzen dafür spezialisierte Tools, die Transaktionen aus Wallets und Börsen importieren und Berichte erstellen. Waltio nennt als Beispiel die eigene Lösung, erreichbar unter https://www.waltio.com/de/.
Österreich als Beispiel für die Folgen einer Reform
Österreich hat die steuerfreie Haltefrist für Kryptowährungen bereits 2022 abgeschafft. Laut Waltio führte das dort vor allem zu mehr Komplexität und zusätzlichem bürokratischem Aufwand für Anleger. Auch die erwarteten zusätzlichen Steuereinnahmen blieben demnach bislang hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück.
Für Krypto-Anleger in Deutschland bleibt damit als praktische Einordnung: Solange die Regeln nicht geändert sind, gilt die 1-Jahres-Haltefrist weiter, doch saubere Transaktionsdokumentation wird zunehmend zum entscheidenden Faktor.
Autor:Meike Jakob aus Landau |