Besser den Job wechseln: Nicht aus Frust vorschnell kündigen

Reflektieren statt übereilen: Bevor man kündigt, lohnt es sich, die eigenen Wünsche zu klären und mögliche Probleme im aktuellen Job anzugehen.  | Foto: dpa
  • Reflektieren statt übereilen: Bevor man kündigt, lohnt es sich, die eigenen Wünsche zu klären und mögliche Probleme im aktuellen Job anzugehen.
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Job wechseln. Ein Wechsel gelingt meist besser, wenn er auf ein klares Ziel statt auf Frust gestützt ist. Wer nur aus einer belastenden Situation flüchten will, trifft im Bewerbungsprozess oft schlechtere Entscheidungen.

Miese Stimmung im Team, unrealistische Anforderungen oder zu wenig Geld können gute Gründe sein, über einen neuen Job nachzudenken. Laut Moritz Blüml, Personalberater bei Saleshead Recruiting, führt aber gerade starke Unzufriedenheit häufig dazu, dass jede Alternative automatisch besser wirkt als der aktuelle Arbeitsplatz.

In dieser Lage bleiben im Vorstellungsgespräch wichtige Punkte leichter ungeklärt. Dazu zählen etwa die Aufgaben, das Team oder die Einarbeitung. Auch eigene Erwartungen und Bedingungen werden dann oft weniger klar formuliert. Die Folge zeigt sich nicht selten erst später, wenn im neuen Job andere Probleme auftauchen und die anfängliche Erleichterung schnell nachlässt.

Ein klarer Wechselgrund führt oft zu besseren Entscheidungen

Blüml hält einen anderen Zeitpunkt für günstiger. Der beste Moment für einen Jobwechsel ist laut Blüml, wenn man denkt: "Mir geht es eigentlich ganz gut, aber ich habe das Gefühl, ich könnte den nächsten Schritt machen." Aus so einer stabileren Lage heraus werde besser verhandelt, überlegter ausgewählt und unpassende Angebote eher abgelehnt.

Praktisch hilft dabei ein Perspektivwechsel. Statt nur festzuhalten, wovon man weg möchte, sollte klar sein, wohin die Entwicklung gehen soll. Wer weiß, welche Aufgaben, welche Branche oder welche Position zu den eigenen Vorstellungen passen, kann Bewerbungen gezielter ausrichten und das eigene Profil entsprechend schärfen.

Diese zwei Fragen helfen vor dem nächsten Schritt

Bevor ein Wechsel konkret wird, lassen sich laut Blüml zwei Punkte klären:

  • Wenn der aktuelle Arbeitgeber morgen die drei größten Ärgernisse beseitigen würde, wäre ein Wechsel dann immer noch sinnvoll.
  • Lässt sich in einem Satz sagen, wohin die berufliche Entwicklung gehen soll, ohne nur den aktuellen Frust zu beschreiben.

Fällt die erste Antwort eher negativ aus, liegen die Probleme womöglich vor allem an einzelnen Reibungspunkten im aktuellen Job. Fällt die zweite schwer, fehlt oft noch die Richtung für einen stimmigen Wechsel.

Wer erst Ziel und Motivation sortiert, kann Stellenangebote meist nüchterner bewerten und das Risiko einer schnellen Enttäuschung im neuen Job verringern. dpa/red

Autor:

Sarah Isele aus Mannheim-Nord

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