Beeren aus dem Garten essen: So gering ist das Fuchsbandwurm-Risiko
- Die Eier des Fuchsbandwurms können an Beeren haften, allerdings kommt eine Infektion beim Menschen relativ selten vor.
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Beeren aus dem Garten essen. Das Risiko durch Fuchsbandwurm ist beim Naschen von Brombeeren, Stachelbeeren oder wilden Erdbeeren sehr gering, etwas Hygiene im Garten bleibt trotzdem sinnvoll.
Die Warnung, Beeren nicht direkt vom Strauch zu essen, kennen viele noch aus der Kindheit. Dahinter steckt der Fuchsbandwurm, dessen Eier über den Kot infizierter Füchse ausgeschieden werden und theoretisch an bodennah wachsenden Pflanzen oder Beeren haften können.
Ernährungswissenschaftlerin Daniela Krehl von der Verbraucherzentrale Bayern ordnet das Risiko aber deutlich ein. «Ganz falsch ist er nicht - aber er erzählt nur die halbe Geschichte.» Eine Erkrankung beim Menschen komme selten vor. Nach ihren Angaben gibt es pro Jahr etwa 40 bis 50 Neuinfektionen, besonders in Süddeutschland sowie in Teilen Österreichs, der Schweiz und Frankreichs.
Viel wichtiger als einzelne Beeren sind saubere Hände
Für den Alltag bedeutet das keine pauschale Entwarnung, aber auch keinen Grund für übertriebene Sorge. Vor allem für Schwangere, kleine Kinder oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann es sinnvoll sein, Beeren vor dem Essen zu waschen. Noch wichtiger ist nach Einschätzung der Expertin die Hygiene nach der Gartenarbeit oder nach Kontakt mit Erde. Gründliches Händewaschen senkt im Alltag das Risiko stärker als die Frage, ob eine einzelne Himbeere direkt vom Strauch gegessen wird.
Der übliche Verdacht ist bisher nicht belegt
Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit ist bislang unklar, wie Eier des kleinen Fuchsbandwurms überhaupt in den Menschen gelangen. Das Amt schreibt: «Naheliegend, aber noch nie nachgewiesen, ist eine Aufnahme mit Waldfrüchten, die mit Fuchskot verunreinigt sind. Allerdings konnte das Sammeln und Essen von Waldbeeren und Pilzen bislang noch nicht als Risikofaktor identifiziert werden.»
Auch die Deutsche Leberhilfe weist darauf hin, dass die Eier winzig und mit bloßem Auge nicht erkennbar sind. Erste Beschwerden wie Schmerzen im Oberbauch, Müdigkeit, Gewichtsverlust oder Fieber treten laut «Internisten im Netz» oft erst 10 bis 15 Jahre nach einer Infektion auf.
Unterm Strich ist gelegentliches Naschen vom Strauch kein großes Alltagsrisiko, saubere Hände und gewaschene Beeren in sensiblen Fällen bleiben die sinnvollste Einordnung. dpa/red
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |