Badetote in Rheinland-Pfalz: Zahl im Juni verdoppelt
- Im heißen Juni gab es bundesweit mindestens 99 Badetote - so viele wie seit 2003 in keinem Juni mehr. (Archivbild)
- Foto: Helmut Fricke/dpa
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Rheinland-Pfalz. Für Badegäste im Land ist das Risiko tödlicher Unfälle im Wasser zuletzt gestiegen: In Rheinland-Pfalz sind im Juni vier Menschen ertrunken. Das sind doppelt so viele wie im Juni des Vorjahres.
Nach Angaben der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft, kurz DLRG, wurden im Juni im Land vier Ertrunkene gezählt. Im Juni des Vorjahres waren es zwei. Im Saarland gab es in diesem Juni wie auch im Juni des Vorjahres keine Todesfälle dieser Art.
Bundesweit so viele Todesfälle wie lange nicht
In ganz Deutschland registrierte die DLRG im Juni 99 Todesfälle durch Ertrinken. Einen höheren Wert in einem Juni gab es zuletzt im Hitzesommer 2003 mit 107 Fällen. Die Bilanz veröffentlichte die Organisation in Bad Nenndorf.
Die DLRG sieht den Start in die Badesaison mit Sorge. Präsidentin Ute Vogt erklärte, weitere Hitzewellen im Hochsommer könnten zu erneut vielen tödlichen Unglücken führen. Zum Beginn der Sommerferien in mehreren Bundesländern rief die Organisation dazu auf, Gefahren am Wasser nicht zu unterschätzen.
Seen und Flüsse bleiben besonders riskant
Nach der Auswertung der DLRG ereigneten sich die meisten tödlichen Unglücke im Juni in Seen und Flüssen. In Schwimmbädern, Kanälen oder im Meer starben weniger Menschen. Besonders häufig unterschätzten Betroffene Strömungen und den Temperaturunterschied beim Sprung ins Wasser. Hinzu kommen laut DLRG mangelnde Schwimmfähigkeit, Selbstüberschätzung, Sprünge in zu flache oder trübe Gewässer sowie medizinische Notfälle.
Auffällig ist zudem der hohe Männeranteil unter den Opfern. Nach DLRG-Angaben waren im Juni mehr als 90 Prozent der Todesopfer männlich. Unter jungen Menschen traf das auf alle Opfer zu.
DLRG rät zu Vorsicht bei Hitze
Um das Risiko in den kommenden Wochen zu senken, empfiehlt die DLRG vor allem umsichtiges Verhalten am Wasser.
- Nur an bewachten Badestellen schwimmen
- Nicht überhitzt ins Wasser springen und den Körper vorher abkühlen
- Strömungen und unbekannte Gewässer meiden
- Nicht unter Alkohol- oder Drogeneinfluss baden oder schwimmen
- Kinder am Wasser durchgehend beaufsichtigen
- Beim Paddeln oder Surfen eine Schwimmweste tragen
- Genug trinken und direkte Sonne nicht zu lange unterschätzen
dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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