Ashwagandha einnehmen: Was über Wirkung und Risiken bekannt ist
- Ashwagandha-Präparate versprechen zahlreiche Vorteile – doch die positiven Wirkungen sind wissenschaftlich nicht belegt.
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Ashwagandha einnehmen. Viele Nahrungsergänzungsmittel mit der sogenannten Schlafbeere versprechen besseren Schlaf, weniger Stress oder mehr Leistungsfähigkeit. Wissenschaftlich belegt sind diese Effekte bislang nicht. Gleichzeitig weisen Fachbehörden darauf hin, dass Nebenwirkungen und Risiken möglich sind.
Ashwagandha wird auch indischer Ginseng oder Winterkirsche genannt. Aus Wurzeln, Blättern oder Blüten der Pflanze entstehen Pulver, Kapseln, Tees oder Tropfen. In sozialen Netzwerken und Online‑Shops werden diese Produkte häufig mit Versprechen wie mehr innere Balance, besserem Schlaf oder schnellerer Regeneration nach dem Sport beworben.
Ein Marktcheck der Verbraucherzentrale Nordrhein‑Westfalen hat 73 Produkte aus Einzelhandel und Onlinehandel untersucht. Ergebnis: Viele Werbeaussagen gehen über das hinaus, was wissenschaftlich belegt ist. Darüber hinaus warnt die Verbraucherzentrale vor der unkontrollierten Einnahme von Ashwaghanda-Präparaten. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gibt es bisher keine ausreichenden Studien, die die beworbenen gesundheitlichen Wirkungen bestätigen.
Krankheitsversprechen für Nahrungsergänzung sind unzulässig
Teilweise wird Ashwagandha sogar mit Aussagen zu Krankheiten beworben. Dazu gehören etwa Hinweise auf mögliche Wirkungen bei Depressionen, Tinnitus, Entzündungen oder Krebs. Für Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel sind solche krankheitsbezogenen Aussagen jedoch nicht erlaubt.
Das BfR betont, dass die positiven Effekte bislang nicht ausreichend wissenschaftlich belegt sind. Aussagen über medizinische Wirkungen dürfen deshalb für entsprechende Produkte nicht verwendet werden.
Mögliche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen
Neben der unklaren Wirksamkeit sehen Fachleute auch mögliche Risiken. Seit dem Jahr 2024 stufen europäische Lebensmittelüberwachungsbehörden Ashwagandha als möglicherweise gesundheitlich bedenklich ein. Hinweise dazu fehlen laut Verbraucherzentrale auf vielen Verpackungen.
Beobachtet wurden bei der Einnahme von Ashwaganda unter anderem mögliche Nebenwirkungen wie Übelkeit, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel oder Hautreaktionen.
Was darf man nicht mit Ashwaganda kombinieren?
Bei der Einnahme von Ashwaganda kann es zu Wechselwirkungen mit Medikamenten kommen. Das BfR nennt unter anderem:
- Antidiabetika
- Blutdrucksenker
- Immunsuppressiva
Wer solche Medikamente einnimmt, sollte mögliche Risiken vor der Einnahme ärztlich abklären.
Welche Menschen sollten kein Ashwaganda nehmen?
Bestimmten Gruppen rät das BfR grundsätzlich von Ashwagandha ab:
- Kindern
- Schwangeren und Stillenden
- Personen mit bestehenden oder früheren Lebererkrankungen
Nach Einschätzung der Verbraucherzentrale Nordrhein‑Westfalen sollten auch Frauen mit Kinderwunsch vorsichtig sein. Hintergrund ist, dass die Pflanze historisch auch im Zusammenhang mit Schwangerschaftsabbrüchen verwendet wurde.
Große Unterschiede bei Zutaten und Dosierung
Der Marktcheck zeigt außerdem deutliche Unterschiede bei Zusammensetzung und Dosierung der Produkte. Nur etwas mehr als ein Viertel der untersuchten Präparate gibt den genauen Gehalt an Ashwagandha oder den Wirkstoffen, den sogenannten Withanoliden, an.
Die Unterschiede entstehen laut BfR unter anderem dadurch, dass verschiedene Pflanzenteile verwendet werden und unterschiedliche Herstellungsverfahren zum Einsatz kommen.
Auffällig ist auch die Dosierung. In Deutschland existiert derzeit keine verbindliche Höchstmenge. Orientiert an der in Polen geltenden Tageshöchstdosis von zehn Milligramm Withanoliden lagen die geprüften Produkte im Durchschnitt etwa viereinhalbmal darüber.
Für Verbraucher bleibt damit entscheidend, Werbeversprechen kritisch zu prüfen und mögliche Risiken von Nahrungsergänzungsmitteln realistisch einzuordnen.
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |