Apfelernte am Bodensee: Süßere Früchte, aber weniger Menge

Am Bodensee beginnt die Haupternte. | Foto: Silas Stein/dpa
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Bodensee. Wer in den nächsten Wochen regionale Äpfel kaufen will, findet am Bodensee voraussichtlich besonders süße Früchte, aber teils kleinere Ware. Die Obstbauern rechnen nach Angaben des Landesverbands Erwerbsobstbau mit rund 20 Prozent weniger Äpfeln als in der vorherigen Saison. Grund ist vor allem die Trockenheit.

Warum die Region für Äpfel wichtig ist

Der Bodensee gehört zu den bedeutendsten Apfelanbaugebieten Deutschlands. In Baden-Württemberg werden dort laut Statistischem Landesamt rund 9.000 Hektar Obst angebaut. Etwa 6.500 Hektar davon entfallen auf Tafeläpfel für den Frischmarkt. Wichtige Sorten sind Elstar und Gala.

Der See wirkt dabei wie ein natürlicher Wärmespeicher. Er nimmt im Sommer Wärme auf und gibt sie in der kalten Jahreszeit wieder ab. Nach Angaben des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums schützt das die Bäume besser vor starken Frösten. Besonders wichtig ist das im Frühjahr, wenn Frost während der Blüte große Schäden verursachen kann.

Ernte: weniger Menge, hohe Qualität

Die Haupternte steht in der Region bevor. LVEO-Präsident Hubert Bernhard erwartet zwar eine geringere Menge, bewertet die Qualität aber positiv. „Die Äpfel sind so süß und aromatisch wie noch nie", sagte er.

Die Trockenheit hat vor allem dort geschadet, wo keine Bewässerung möglich war. Frühe Sorten wie Elstar und Gala fallen nach Einschätzung der Obstbauern etwas kleiner aus als in den vergangenen Jahren. Bei späteren Sorten wie Jonagold hoffen die Betriebe noch auf Wachstum durch den jüngsten Regen.

Was Verbraucher über Äpfel wissen sollten

  • Beliebteste Sorte: Elstar ist laut Bundeszentrum für Landwirtschaft die am stärksten angebaute Apfelsorte in Deutschland. Danach folgen Gala und Jonagold.
  • Verbrauch: Pro Kopf werden im Schnitt mehr als 20 Kilogramm Äpfel im Jahr verbraucht. Das entspricht etwa 133 mittelgroßen Äpfeln.
  • Herkunft: Etwa die Hälfte der Äpfel stammt aus heimischem Anbau. Wichtige Importländer sind Polen und Italien.
  • Verwendung: Knapp drei Viertel der Ernte werden als Tafelobst verkauft. Rund ein Viertel geht in die Verarbeitung, etwa für Saft oder andere Produkte.

Regional ist gut, Saison bleibt entscheidend

Ein heimischer Apfel kann beim Klimaschutz Vorteile haben, vor allem wenn er regional und zur Saison gegessen wird. Das Umweltbundesamt weist jedoch darauf hin, dass die Bilanz nicht nur vom Herkunftsort abhängt. Auch Produktion, Transport und Lagerung zählen. Ein lange gekühlter regionaler Apfel kann deshalb anders abschneiden als frisch geerntete Ware.

Gesund essen und richtig lagern

Äpfel liefern Ballaststoffe, Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Das Bundeszentrum für Ernährung hebt besonders Pektin hervor. Dieser Ballaststoff kann die Verdauung unterstützen und lange sättigen. Viele wertvolle Inhaltsstoffe sitzen in oder direkt unter der Schale. Gut gewaschene Äpfel mit Schale zu essen, nutzt deshalb einen großen Teil dieser Inhaltsstoffe.

Für die Lagerung eignen sich Kühlschrank oder ein kühler Vorratsraum. Im Keller sollten Äpfel einzeln und mit Abstand liegen, damit Druckstellen und Fäulnis seltener entstehen. Neben anderem Obst oder Gemüse sind Äpfel ungünstig, weil sie das Reifegas Ethen abgeben. Das kann andere Früchte und Gemüsesorten schneller reifen lassen.

Was das für die Preise bedeutet

Aus der Ernteschätzung am Bodensee lässt sich noch kein Ladenpreis ableiten. Bernhard verweist auf den europäischen Markt. Das Angebot aus Polen und Italien spielt eine wichtige Rolle. Für Erzeuger sei die Lage schwierig. Als frühere Größenordnung nannte Bernhard 21 bis 25 Cent pro Kilogramm. In diesem Jahr müssten die Betriebe besser wegkommen. Ob Verbraucher im Laden mehr zahlen, ist noch offen. Falls es einen Anstieg gibt, dürfte er nach Einschätzung des Verbands eher moderat ausfallen. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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