Ameisen im Haus bekämpfen: Diese Hausmittel helfen wirklich

Ameisen im Haus kann man leicht mit Hausmitteln vertreiben. | Foto: Nastassia/stock.adobe.com
  • Ameisen im Haus kann man leicht mit Hausmitteln vertreiben.
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Ameisen im Haus bekämpfen. Erst taucht nur eine Ameise in der Küche auf, dann zieht plötzlich eine ganze Straße durch die Wohnung. Dahinter stecken oft Krümel, Feuchtigkeit oder offene Zugänge. Manchmal aber auch schon ein Nest im Haus.

Ameisen in Haus oder Wohnung sind meist lästig, aber zunächst kein Grund zur Panik. Vor allem im Frühling und Sommer kommen die Tiere auf Nahrungssuche ins Innere und orientieren sich an Duftspuren zu Zucker, Essensresten oder feuchten Bereichen in Bad und Küche. Wer die Anzeichen richtig liest, erkennt schnell, ob nur einzelne Futtersucher unterwegs sind oder ob sich der Befall bereits festgesetzt hat.

Was bedeutet es, wenn Ameisen im Haus sind?

Ameisen laufen nicht zufällig durch die Wohnung. Meist folgen sie dem Geruch von Zucker, Krümeln, klebrigen Rückständen oder anderen leicht erreichbaren Futterquellen. Typische Hotspots sind deshalb Küchenzeilen, Vorratsräume, Mülleimer und feuchte Bereiche im Bad. Ins Haus gelangen die Tiere oft über feine Risse im Mauerwerk, offene Fenster oder nicht abgedichtete Leitungen.

Das Auftreten von Ameisen bedeutet, laut ADAC, aber nicht automatisch, dass schon ein Nest im Gebäude sitzt. Häufig sind die Insekten zunächst nur auf Nahrungssuche. Werden es jedoch schnell mehr, bleiben Laufwege über Tage bestehen oder tauchen Ameisen immer wieder an derselben Stelle auf, spricht vieles dafür, dass sie eine ergiebige Quelle entdeckt haben und gezielt weitere Tiere nachholen.

Wie findet man Ameisennester im Haus?

Der wichtigste Hinweis auf ein Nest ist fast immer eine Ameisenstraße. Wird ihr bis zum Ende gefolgt, führt sie oft in Richtung Nest oder direkt dorthin. Das kann sich hinter Wänden, unter dem Fußboden, in Hohlräumen, unter dem Estrich oder in anderen schwer zugänglichen Bereichen befinden. Wie NDR berichtet, richten sich Befällen Ameisen dauerhaft in Innenräumen ein. Etwa in Wandzwischenräumen oder sogar in der Nähe von Kabeln und Verteilerkästen.

Auch weitere Anzeichen sind typisch. Ameisen, die Futter transportieren, regelmäßiger Zulauf an einer bestimmten Stelle oder vereinzelt fliegende Ameisen in der Wohnung. Kleine Häufchen aus Holzspänen oder anderem Material können ebenfalls auf ein Nest in der Nähe hindeuten. Besonders gut lassen sich die Tiere zur Mittagszeit oder am frühen Abend beobachten, wenn ihre Aktivität häufig zunimmt.

Daran lässt sich ein Ameisennest oft erkennen

  • sichtbare Ameisenstraßen über mehrere Tage
  • Ameisen, die Nahrung ins Versteck tragen
  • Laufwege, die nach dem Putzen schnell wieder auftauchen
  • fliegende Ameisen in Innenräumen
  • kleine Häufchen aus Holzspänen oder Baustoffen

Was tötet Ameisen sofort in der Wohnung?

Wer eine schnelle Lösung sucht, greift oft zu Sprays oder Kontaktgiften. Diese Mittel töten Ameisen sofort beim Kontakt und eignen sich, um sichtbare Tiere direkt zu beseitigen. Sie wirken meist nur an der Oberfläche und erwischen vor allem die Ameisen, die gerade unterwegs sind – nicht aber zwangsläufig das Nest.

Für eine nachhaltigere Bekämpfung gelten Köderdosen und Gele meist als sinnvoller. Sie wirken verzögert, werden von Arbeiterinnen ins Nest getragen und können so auch die Königin erreichen. Hausmittel wie Essig, Zitronensaft, Zimt oder Kaffeesatz können Duftspuren stören und Ameisen vertreiben, lösen das Problem aber meist nicht dauerhaft.  Backpulver wird häufig eingesetzt, die Wirkung ist jedoch begrenzt, das Nest bleibt unangetastet und das Mittel sollte möglichst nicht eingesetzt werden.

Welche Hausmittel vertreiben Ameisen im Haus?

Wer Ameisen dauerhaft loswerden will, muss mehr tun, als nur die sichtbaren Tiere zu entfernen. Entscheidend ist, Futterquellen zu beseitigen, Laufwege zu unterbrechen und mögliche Zugänge ins Haus zu verschließen. Ameisen kommen meist wegen Zucker, Krümeln, offenen Vorräten oder Feuchtigkeit ins Innere. Haben sie eine gute Quelle gefunden, legen sie Duftspuren an, denen ihre Artgenossen folgen.

Bei leichtem Befall helfen vor allem Hausmittel, die Ameisen vertreiben und ihre Orientierung stören. Starke Gerüche oder bestimmte Stoffe können Laufwege unattraktiv machen und Eingänge blockieren. Dauerhaft wirksam sind diese Mittel aber meist nur dann, wenn gleichzeitig sauber gemacht, Lebensmittel gut verschlossen und Ritzen abgedichtet werden.

Hausmittel gegen Ameisen

  • Essig oder Zitronensaft: stören Duftspuren und eignen sich gut zum Wischen von Laufwegen
  • Zitronenschale: kann vor Eingängen oder auf Ameisenwegen ausgelegt werden
  • Zimt: unterbricht Duftspuren und kann Ameisenstraßen kurzfristig stören
  • Lavendel: als Öl oder Kräuter-Konzentrat ein bewährter Geruch zur Vertreibung
  • Minze: der intensive Geruch kann Ameisen fernhalten
  • Chili: kann auf Laufwegen und an Eingängen eingesetzt werden
  • Gewürznelken: gelten als stark riechendes Mittel zur Abschreckung
  • Kaffeesatz: kann Ameisen irritieren, die Wirkung ist aber meist begrenzt
  • Kalk oder Kreide: Ameisen meiden den Kontakt und laufen oft nicht über dicke Linien
  • Salz: kann Laufwege kurzfristig stören, ist aber keine dauerhafte Lösung

Wann ziehen sich Ameisen zurück?

Ameisen sind besonders in den warmen Monaten aktiv. Im Frühling und Sommer laufen sie zur Hochform auf, weil Wärme, Nahrung und Feuchtigkeit ideale Bedingungen bieten. Genau dann werden Ameisenstraßen sichtbar, weil einzelne Tiere nach einer entdeckten Futterquelle Duftspuren legen, denen weitere Arbeiterinnen folgen. 

Mit sinkenden Temperaturen nimmt die Aktivität vieler Arten ab und sie ziehen sich in geschützte Bereiche zurück. Ganz verschwunden sind sie deshalb aber nicht automatisch. Manche Arten überwintern in Wandnähe und werden durch Heizbetrieb sogar früher wieder aktiv. Invasive Arten wie Tapinoma magnum (Riesige Drüsenameise) können sogar im Winter aktiv bleiben und gelten deshalb als besonders hartnäckig.

Autor:

Sarah Isele aus Mannheim-Nord

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