Abiturstart: Nobelpreisträgerin aus Tübingen erinnert an ihre Bio-Note
- Christiane Nüsslein-Volhard wünscht sich mehr Wertschätzung für Naturwissenschaften. (Archivbild)
- Foto: Marijan Murat/dpa
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Tübingen. Für viele Abiturienten beginnt am Mittwoch, 22. April, die heiße Phase der Prüfungen. In Bayern startet der erste G9-Jahrgang mit dem Fach Biologie. Ausgerechnet Deutschlands bekannteste Biologin erinnert dabei an eine eher unerwartete eigene Schulnote.
Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein Volhard berichtet, dass sie im Abitur in Biologie nur eine Zwei erhielt. „Ach, da war ich nicht so besonders gut. Ich habe halt nur eine Zwei gekriegt, obwohl ich eigentlich so viel gemacht hatte im Unterricht, dass ich fand, ich hätte eine Eins verdient“, sagte die Wissenschaftlerin dem Bayerischen Rundfunk.
Die 1942 in Magdeburg geborene Forscherin war lange Direktorin am Max Planck Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen. 1995 erhielt sie gemeinsam mit zwei US Forschern den Nobelpreis für Medizin.
Kritik an geringem Stellenwert der Naturwissenschaften
Nach Einschätzung der Biochemikerin werden naturwissenschaftliche Fächer in Deutschland oft unterschätzt. Schon früh zeige sich, welche Kenntnisse gesellschaftlich stärker beachtet würden.
„Es ist Tradition in Deutschland, dass man eher auf geisteswissenschaftliche Fertigkeiten hinweist, dass jemand Latein oder Griechisch kann. In Mathe haben viele dann aber gerne eine Fünf“, sagte sie.
Bekannt wurde sie durch Forschung an Taufliegen
Internationale Anerkennung erhielt Nüsslein Volhard durch ihre Forschung an der Taufliege Drosophila melanogaster. Gemeinsam mit Kollegen entschlüsselte sie genetische Mechanismen, die die frühe Entwicklung von Fliegenembryonen steuern.
Für diese Entdeckung wurde das Forscherteam 1995 mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet. Nüsslein Volhard ist bis heute die erste und bislang einzige Frau aus Deutschland, die einen Nobelpreis in den Naturwissenschaften erhalten hat. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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