252.000 Marderschäden im Jahr: Warum Autos jetzt besonders gefährdet sind
- Marderschäden: Insgesamt entstand 2024 bei den Versicherungen ein Schadenaufwand von rund 157 Millionen Euro
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Im Frühjahr häufen sich in vielen Werkstätten dieselben Schäden: durchgebissene Kabel, beschädigte Schläuche oder angeknabberte Dämmmaterialien im Motorraum. Besonders zwischen April und Juni sind Autos häufiger Ziel von Mardern.
Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) registrierten Versicherer im Jahr 2024 rund 252.000 Marderschäden an kaskoversicherten Fahrzeugen in Deutschland. Das waren 7,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Insgesamt entstand ein Schadenaufwand von rund 157 Millionen Euro, im Schnitt kostete ein Schaden etwa 620 Euro.
„Viele Autofahrer merken erst beim nächsten Werkstattbesuch oder wenn Warnleuchten aufleuchten, dass ein Marder im Motorraum war“, erklärt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen.
Warum Marder gerade im Frühjahr aktiv werden
Der Grund für die Häufung im Frühjahr liegt im Verhalten der Tiere. Laut GDV reagieren Marder in dieser Zeit besonders aggressiv auf die Duftmarken von Rivalen.
Warme Motorräume dienen ihnen als Unterschlupf und Revier. Wird ein Auto jedoch regelmäßig an unterschiedlichen Orten geparkt, kann es passieren, dass ein anderer Marder auf die Duftmarken eines Rivalen trifft – und die markierten Leitungen kurzerhand zerbeißt.
„Ein einzelner Biss kann ausreichen, um wichtige Fahrzeugfunktionen zu beeinträchtigen“, so Asmussen. Werden beschädigte Leitungen erst spät entdeckt, können zusätzlich Folgeschäden an Motor oder Elektronik entstehen.
Warum Schäden oft erst später auffallen
Viele Marderbisse bleiben zunächst unbemerkt. Häufig zeigen sich die Folgen erst später – etwa wenn Warnleuchten aufleuchten oder ein Defekt bei einer Inspektion entdeckt wird. Gerade deshalb empfiehlt der GDV, den Motorraum regelmäßig zu kontrollieren. Bissspuren, lose Dämmmaterialien oder Tierhaare können Hinweise darauf sein, dass ein Marder im Motorraum war.
Elektroautos können besonders teuer werden
Bei Elektroautos können Marderschäden besonders kostspielig werden. Der GDV weist darauf hin, dass beschädigte Hochvoltkabel häufig nicht einzeln repariert werden können. In vielen Fällen muss der komplette Kabelsatz ausgetauscht werden – was die Reparatur deutlich verteuert.
Wie Autofahrer ihr Fahrzeug schützen können
Um Schäden vorzubeugen, empfiehlt der GDV mehrere Maßnahmen:
- Motorraum regelmäßig kontrollieren, um Spuren früh zu erkennen
- Motorraum gründlich reinigen, wenn ein Marder dort war, um Duftmarken zu entfernen
- Kabel mit speziellen Ummantelungen schützen
- Drahtgitter unter dem Motorraum anbringen
- Ultraschallgeräte oder Kontaktplatten einsetzen, die Marder durch leichte Stromimpulse abschrecken können
Solche technischen Lösungen können die Tiere fernhalten, ohne sie zu verletzen.
Welche Versicherung bei Marderschäden zahlt
Vor den finanziellen Folgen schützt in der Regel eine Teil- oder Vollkaskoversicherung. Nach Angaben des GDV ersetzen Versicherer je nach Tarif nicht nur die unmittelbar beschädigten Teile, sondern häufig auch Folgeschäden, etwa durch überhitzte Motoren oder defekte Bauteile infolge beschädigter Leitungen. Wer ausschließlich eine Kfz-Haftpflichtversicherung hat, muss Schäden am eigenen Fahrzeug dagegen in der Regel selbst bezahlen.
Früh erkennen kann teure Schäden verhindern
Der GDV rät Autofahrern deshalb, besonders im Frühjahr aufmerksam zu sein. Schon ein kurzer Blick unter die Motorhaube kann helfen, typische Spuren früh zu entdecken. Wer einen Marderbesuch rechtzeitig bemerkt und Duftmarken entfernt, kann oft verhindern, dass aus einem kleinen Biss ein größerer Werkstattschaden entsteht.
Dieser Text wurde mit maschineller Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.
Autor:Laura Lüttmann aus Neustadt/Weinstraße |
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