Zoo Basel: Silberrücken Yeba tötet Gorilla-Männchen und vier Tage altes Jungtier

Wie geht es weiter mit dem Silberrücken Yeba? | Foto: ---/Zoo Basel/dpa
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Basel. Im Zoo Basel bleibt das Affenhaus trotz zweier Todesfälle geöffnet. Innerhalb eines Tages starben dort ein elf Jahre altes Gorilla-Männchen und ein nur vier Tage altes Jungtier.

Verantwortlich für die tödlichen Verletzungen war nach Angaben des Zoos der Silberrücken Yeba, 14 Jahre alt. Er lebt erst seit Oktober in Basel und kam aus einem Zoo in Frankreich.

Zoo schildert Konflikte in der Gruppe

Das Männchen Mobali, 11 Jahre alt, musste am Dienstag, 14. Juli, eingeschläfert werden. Der Zoo teilte mit, Yeba habe ihm schwere Bissverletzungen im Genitalbereich zugefügt. Mobali habe danach nicht mehr normal urinieren können.

Noch am selben Tag starb auch das Jungtier von Gorilla-Weibchen Joas, 37 Jahre alt. Das Tier war erst vier Tage alt. Nach Angaben des Zoos war Yeba auch der Vater des Jungtiers.

Seit der Ankunft von Yeba sei die Integration in die Gruppe holprig verlaufen. Immer wieder habe es Auseinandersetzungen mit Mobali gegeben. Das sei nach Erfahrungen aus anderen europäischen Zoos in dieser Konstellation nicht grundsätzlich zu erwarten gewesen, erklärte der Zoo. Mobali war demnach kastriert.

Tödlicher Biss bei Rangelei mit Muttertier

Im Fall des Jungtiers spricht der Zoo von einem „unbeabsichtigten Biss“ in den Brustkorb. Die Mutter habe das Junge seit der Geburt eng am Körper getragen. Am Dienstag habe Yeba das Jungtier an sich genommen und Joas nicht mehr in seine Nähe gelassen. Bei Rangeleien zwischen beiden sei es dann zu dem tödlichen Biss gekommen.

Der Zoo verweist darauf, dass das Töten von Jungtieren bei Gorillas wissenschaftlich beschrieben ist. Das komme besonders in Haremstrukturen vor. Meist seien allerdings Jungtiere betroffen, die nicht vom Männchen selbst stammen. Für Yeba war es der erste Nachwuchs. Für Joas war es das fünfte Junge.

Zoo beobachtet die Gruppe weiter

Nach Angaben des Zoos trägt Joas ihr totes Jungtier weiterhin bei sich. Das sei bei Gorillas bekanntes Trauerverhalten. Der Zoo greife dabei nicht ein.

Wie es mit der Gruppe weitergeht, ist offen. Das Affenhaus bleibt geöffnet. Der Zoo will die Dynamik weiter eng beobachten und steht nach eigenen Angaben im Austausch mit Experten. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem nächsten Nachwuchs, der in den kommenden Wochen erwartet wird. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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