Zehn Jahre Haft für Stuttgarter: Özdemir fordert Freilassung
- 2023 verlieh Bundespräsident Steinmeier Eren das Bundesverdienstkreuz. (Archivbild)
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Stuttgart. Für Unterstützerinnen und Unterstützer in Baden-Württemberg ist das Urteil ein schwerer Schlag: Der Stuttgarter Serkan Eren soll nach Angaben seiner Hilfsorganisation Stelp im Iran zu zehn Jahren Haft verurteilt worden sein.
Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) und Landtagspräsident Thomas Strobl (CDU) verurteilten das Vorgehen in einem gemeinsamen Statement. „Die Verurteilung zu zehn Jahren Haft ist eine schreckliche Nachricht für seine Frau, seine vielen Freundinnen und Freunde und uns alle in Baden-Württemberg“, heißt es in der Mitteilung. Özdemir erklärte zudem, er werde sich weiter für eine unverzügliche Freilassung von Serkan Eren einsetzen.
Prominente zeigen Solidarität
Auch der frühere VfB-Torwart Timo Hildebrand zeigte sich erschüttert. Der „Stuttgarter Zeitung“ sagte er: „Für mich als engen Freund ist es einfach nur schlimm.“ Die Nachricht sei ein Schock. Zehn Jahre in einem iranischen Gefängnis wolle sich niemand ausmalen.
Unter einem Instagram-Beitrag von Stelp kommentierten seit Bekanntwerden der Meldung mehr als 1.300 Nutzerinnen und Nutzer. Viele äußerten Unverständnis über das Urteil und Mitgefühl mit Erens Angehörigen. Unter den Kommentaren waren auch Reaktionen von Prominenten. Rapper Kool Savas schrieb: „Wir denken an dich und lieben dich Bruder.“ Der Stuttgarter Musiker Max Herre schrieb: „Unsere Gedanken sind bei dir und Gulia und eurer Familie. Nur Liebe.“ Auch Musikerin Miva, Musiker und Unternehmer Fynn Kliemann sowie Influencer und Tierschützer Malte Zierden zeigten Solidarität.
Was über den Vorwurf bekannt ist
Stelp hatte am 22. September unter Berufung auf Erens Rechtsbeistand im Iran über das Urteil informiert. Als Grund habe das Gericht demnach Kontakt zu einem Land genannt, das der Iran als verfeindet einstufe. Um welches Land es sich handelt, war zunächst unklar.
Eren ist Gründer und Geschäftsführer der Stuttgarter Hilfsorganisation Stelp. Er wurde in Deutschland geboren und wuchs hier auf, besitzt nach Angaben der Organisation aber die türkische Staatsangehörigkeit. Deshalb sind in dem Fall die türkischen Behörden zuständig, nicht die deutschen.
Bisher keine offizielle Bestätigung
Eine Bestätigung des Urteils gab es zunächst weder von türkischen noch von iranischen Behörden. Nach Angaben von Stelp reiste Eren im Juni des vergangenen Jahres in den Iran, um Menschen in Not zu unterstützen. Dort sei er in Gewahrsam genommen worden.
Viele Details zu Erens Situation sind weiter unklar. Stelp und auch Hildebrand wollten auf dpa-Anfrage zum Schutz von Eren keine weiteren Informationen öffentlich machen. Vor drei Jahren verlieh Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Eren das Bundesverdienstkreuz. Auch das ändert nach bisherigen Angaben nichts daran, dass deutsche Behörden in dem Fall nicht offiziell zuständig sind. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |