Wiederaufbau im Ahrtal kommt voran: Minister lobt Fortschritte
- Sven Teuber (SPD) ist Minister für das Ressort für Kommunen, Kultur, Bauen und Wohnen.
- Foto: Helmut Fricke/dpa
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Ahrtal. Fünf Jahre nach der Flutkatastrophe nimmt der Wiederaufbau im Ahrtal sichtbar Fahrt auf. Bei einem Besuch vor Ort hat der neue rheinland pfälzische Bauminister Sven Teuber die Fortschritte gewürdigt.
„Fünf Jahre nach der Flut schreitet der Wiederaufbau im Ahrtal in großen Schritten voran“, sagte der SPD Politiker bei seinem ersten Besuch in der Region in neuer Funktion. Im Gespräch mit der Landrätin des Kreises Ahrweiler, Cornelia Weigand, verschaffte sich Teuber einen Überblick über die aktuelle Lage.
Die Flut im Sommer 2021 hatte das Tal schwer verwüstet. Allein im Kreis Ahrweiler starben 135 Menschen. Viele Orte wurden zerstört.
Viele Anträge bereits bewilligt
Nach Angaben des Ministers sind inzwischen fast alle Förderanträge genehmigt. „99 Prozent der Anträge, weit über 20.000, sind bewilligt“, sagte Teuber. Nun gehe es verstärkt in die Umsetzung der Projekte. Dabei werde weiterhin Geduld nötig sein. Gleichzeitig sei in vielen Orten bereits sichtbar, dass Zukunft entstehe.
Der Minister betonte die Bedeutung der Kommunen für den Wiederaufbau. „Die Kommune ist der erste Ort, wo Heimat entsteht.“ Gerade im Ahrtal sei dieses Gefühl nach der Katastrophe stark auf die Probe gestellt worden. Viele Menschen bauten dennoch wieder auf. Das zeige, wie stark die Bindung an die Region sei.
315.000 Euro für Kreisentwicklung
Bei dem Termin übergab Teuber einen Förderbescheid über 315.000 Euro. Das Geld ist für einen Kreisentwicklungsprozess vorgesehen. Damit soll der Landkreis Ahrweiler Strategien für die kommenden Jahre erarbeiten und sich langfristig stabil aufstellen.
Landrätin Cornelia Weigand sprach von einem guten Einstieg in die Zusammenarbeit mit dem neuen Minister. Große akute Konfliktpunkte gebe es derzeit nicht. Allerdings sei der Abstimmungsbedarf zwischen Land, Kreis und Kommunen weiterhin hoch. „Es gibt einfach keine Normalität“, sagte sie.
Ein zentrales Thema bleibe die Finanzierung großer Rückhaltebecken zum Hochwasserschutz. Die nötigen Summen könnten weder der Kreis noch das Land allein stemmen.
Frist für Wiederaufbauhilfen läuft
Unternehmen im flutbetroffenen Kreis können noch bis Dienstag, 30. Juni, Hilfen aus dem nationalen Wiederaufbaufonds beantragen. Zuständig ist die Investitions und Strukturbank Rheinland Pfalz.
Nach Angaben der Förderbank wurden bislang knapp 18.000 Anträge mit einem Volumen von rund 1,5 Milliarden Euro bewilligt. Die Mittel richten sich an Unternehmen, Kommunen, Privatpersonen und Vereine, die beim Wiederaufbau unterstützt werden. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
|
| Cornelia Bauer auf Facebook | |