Weniger Blitze in Rheinland-Pfalz: 37 Prozent unter Schnitt
- Blitze waren im laufenden Jahr in Rheinland-Pfalz ein eher selteneres Phänomen. (Symbolfoto)
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Rheinland-Pfalz. Für Menschen, die Wetterlagen, Haus und Garten im Blick behalten, war das Gewitterjahr in Rheinland-Pfalz bislang deutlich ruhiger als üblich: Das Münchner Blitzortungsunternehmen Nowcast zählte bis 18. September insgesamt 44.500 Blitze im Land.
Damit lag die Blitzdichte zwischen Westerwald und Südwestpfalz 37 Prozent unter dem Mittelwert der vergangenen zehn Jahre. Im Vergleich der Bundesländer belegte Rheinland-Pfalz bei der absoluten Zahl der Blitze Platz zehn.
Bundesweit weniger Blitze als im Schnitt
In Deutschland registrierte Nowcast im laufenden Jahr bislang 1,06 Millionen Blitze. Das waren etwa 15 Prozent weniger als im Mittel der vergangenen zehn Jahre, aber weiterhin deutlich mehr als beim Tiefstand des Vorjahres.
Die meisten Blitze nach absoluter Zahl wurden in den flächenmäßig großen Ländern gezählt. Bayern kam auf 226.000 Entladungen, Niedersachsen auf 178.200. Die höchste Blitzdichte verzeichnete diesmal Schleswig-Holstein.
- Rheinland-Pfalz: 44.500 Blitze bis 18. September
- Abweichung: 37 Prozent unter dem Zehnjahresmittel
- Bundesweit: 1,06 Millionen Blitze, rund 15 Prozent unter dem Schnitt
- Blitzreichster Monat: Juni
Trockenheit kann Gewitter bremsen
Nach Angaben von Nowcast gehörten die Mitte Deutschlands, der Osten und Teile des Südens zu den Regionen mit geringer Gewitteraktivität. Dort habe es in diesem Sommer wenig Niederschläge gegeben. „Die Trockenheit dürfte auch zur geringen Gewitteraktivität beigetragen haben“, erklärte Nowcast. Für kräftige Gewitter sei unter anderem ausreichend Feuchtigkeit in der Atmosphäre nötig.
Die bundesweit blitzreichsten Orte lagen nach den Daten allesamt in Niedersachsen: Wilhelmshaven sowie die Landkreise Cuxhaven und Lüneburg. Für die Einordnung wichtig ist, dass Nowcast alle Blitze zählt, also auch Entladungen zwischen Wolken, die den Boden nicht erreichen.
Andere Statistiken fallen deshalb niedriger aus. Der österreichische Informationsdienst Aldis/Blids registrierte bis 22. September bundesweit 135.085 Blitze. Dort wurden nur Erdblitze gezählt. Außerdem wurde jeder Blitz nur einmal erfasst, auch wenn er durch mehrere Entladungen flackerte. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |