Wasserfall in Bad Urach fast versiegt: Nur noch ein Rinnsal
- Ein Rinnsal tröpfelt am Wasserfall Bad Urach ins Tal. (Archivbild)
- Foto: Bernd Weißbrod/dpa
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Bad Urach. Ausflügler sehen am Uracher Wasserfall derzeit nur noch ein Rinnsal: Nach Sommerhitze und geringen Niederschlägen führt das Wahrzeichen auf der Schwäbischen Alb fast kein Wasser mehr.
Normalerweise stürzt der Wasserfall aus 37 Metern Höhe über eine Tuffsteinkante ins Tal. Das Regierungspräsidium Tübingen spricht aktuell von nahezu fehlender Schüttung. Dass der Wasserfall so stark zurückgeht, sei bislang nur in seltenen Ausnahmejahren beobachtet worden.
Karstquelle speist den Brühlbach
Der Wasserfall wird vom Brühlbach gespeist, der einer Karstquelle einige hundert Meter oberhalb entspringt. Im Durchschnitt liefert die Quelle nach Angaben des Regierungspräsidiums fünf bis zehn Liter Wasser pro Sekunde. In extrem trockenen Sommern kann der Bach jedoch zeitweise vollständig versiegen.
In sehr nassen Jahren ist das Gegenteil möglich: Bei gesättigten Böden und hohen Grundwasserständen flossen am Wasserfall bereits mehr als 1.000 Liter pro Sekunde ab. Solche Mengen können nach längeren Regenphasen, bei Schneeschmelze oder nach anhaltendem Starkregen auftreten.
Regelmäßiger Regen im Winter ist entscheidend
Die jüngsten lokalen Regenfälle reichten laut Regierungspräsidium nicht aus, um das Grundwasserreservoir wieder aufzufüllen. Dafür seien langfristige, gleichmäßige Niederschlagsphasen nötig. Die Grundwasserneubildung finde gewöhnlich vor allem in der vegetationsarmen Winterzeit statt.
Bei regelmäßigem Regen im Herbst und Winter könne die Quelle wieder mehr Wasser führen. Bis der Wasserfall sichtbar anschwillt, sei jedoch mit einer zeitlichen Verzögerung zu rechnen. Der Nabu-Landesvorsitzende Johannes Eisele wertete das fast vollständige Versiegen als Warnsignal für den Wasserhaushalt in Baden-Württemberg. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |