Was die gestrige Wahl für die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz bedeutet
- Der Kandidatenfaktor spielt bei Landtagswahlen eine große Rolle. (Archivbild)
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Rheinland-Pfalz. Das knappe Wahlergebnis in Baden-Württemberg verändert den Landtagswahlkampf in Rheinland-Pfalz spürbar. Für Wählerinnen und Wähler im Land rücken Risiken und Konfliktlinien stärker in den Fokus – besonders mit Blick auf die Entscheidung am Samstag, 22. März.
Konflikt um Personen prägt auch Rheinland-Pfalz
Der Sieg von Cem Özdemir in Baden-Württemberg unterstreicht nach Einschätzung von Politikwissenschaftlern den Einfluss der Spitzenkandidaten. «Der Kandidatenfaktor hat mal wieder eine entscheidende Rolle gespielt, wie so oft bei Landtagswahlen», sagt Uwe Jun. Für Rheinland-Pfalz bedeute das, dass sich viele Bürger stärker mit den Personen an der Spitze beschäftigen.
Schweitzer profitiert vom Amtsbonus
Ministerpräsident Alexander Schweitzer sieht im Ausgang der Wahl im Nachbarland eine Bestätigung für seine Strategie. «Jede Landtagswahl ist anders», sagte er im Deutschlandfunk. Zugleich betonte er: «Der klare Fingerzeig, am Ende kommt es auf die Personen an, der ist total identisch.» In aktuellen Umfragen liegt Schweitzer deutlich vor CDU-Herausforderer Gordon Schnieder.
CDU setzt auf Zuspitzung im TV-Duell
Der Konflikt zwischen Amtsinhaber und Herausforderer blieb bisher moderat. Aufmerksamkeit richtet sich nun auf das TV-Duell im SWR am Dienstag, 10. März. Politikwissenschaftler Jun sieht vor allem bei Schnieder den Druck, stärker zu polarisieren, hält einen klaren Kurswechsel aber für unwahrscheinlich.
SPD und CDU erneut eng beieinander
Wie bei früheren Wahlen zeichnet sich auch diesmal ein enges Rennen ab. In Rheinland-Pfalz gelang es der SPD in der Vergangenheit mehrfach, einen Rückstand aufzuholen. Die jüngste SWR-Umfrage zeigt beide großen Parteien nahezu gleichauf – ein Konflikt um jede Stimme.
Risiko für FDP, Rückenwind für AfD
Die FDP droht nach zehn Jahren aus der Landesregierung zu scheiden. Nach dem Scheitern in Baden-Württemberg sinken auch in Rheinland-Pfalz die Chancen auf den Wiedereinzug. Die AfD dagegen legte im Nachbarbundesland stark zu und könnte in Rheinland-Pfalz erstmals die 20-Prozent-Marke erreichen. Eine Zusammenarbeit mit der AfD schloss auch die rheinland-pfälzische CDU aus.
Steigende Wahlbeteiligung als Unsicherheitsfaktor
Die höhere Wahlbeteiligung in Baden-Württemberg wirkt als Warnsignal für Rheinland-Pfalz. Laut Jun gelingt es vor allem AfD und Linken, bisherige Nichtwähler zu mobilisieren. Das erhöht die Unsicherheit über den Ausgang der Wahl zusätzlich. dpa
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Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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