Vorstoß in Mainz: Herkunftssprache soll als Fremdsprache zählen
- Wenn jemand Englisch könne und zudem Arabisch oder Ukrainisch als Muttersprache habe, sei das eine Qualität, die man honorieren und wertschätzen solle, sagt Eder.
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Mainz. Zweisprachig aufwachsende Schülerinnen und Schüler könnten auf dem Weg zum Abitur profitieren, wenn ihre Herkunftssprache als zweite Fremdsprache anerkannt wird. Dafür setzt sich die Grünen-Fraktion in Rheinland-Pfalz ein.
Eine fehlende zweite Fremdsprache kann bislang etwa den Wechsel von der Realschule auf ein Gymnasium erschweren. Auch beim Übergang von einer Gesamtschule in die gymnasiale Oberstufe kann sie zum Hindernis werden.
Was die Grünen vorschlagen
Die Fraktion will, dass zweisprachig aufwachsende Kinder und Jugendliche ihre Herkunftssprache als zweite Fremdsprache angerechnet bekommen. Fraktionschefin Katrin Eder sagte der Deutschen Presse-Agentur, das könne das Bildungssystem durchlässiger machen.
- Eine weitere Sprache aus dem familiären Umfeld könnte beim Zugang zur Oberstufe berücksichtigt werden.
- Der Vorschlag richtet sich besonders an Jugendliche mit Migrationsgeschichte.
- Das Bildungsministerium soll aus Sicht der Grünen diesen Weg prüfen.
Eder verwies darauf, dass Kinder aus Familien mit Migrationsgeschichte häufiger eine Realschule oder Gesamtschule besuchten und seltener ein Gymnasium. Eine Anerkennung vorhandener Sprachkenntnisse könne daher soziale Hürden auf dem Weg zum Abitur zumindest verringern.
Als Beispiel nannte Eder Schülerinnen und Schüler, die neben Englisch etwa Arabisch oder Ukrainisch sprechen. Diese Fähigkeiten sollten nach ihrer Auffassung stärker gewürdigt werden. Eine konkrete Änderung der Regeln gibt es bislang nicht. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |