Vom Ministerpräsidenten zum Fraktionschef: Schweitzer übernimmt neue Rolle
- Alexander Schweitzer ist wieder Chef der SPD-Landtagsfraktion in Mainz. (Archivbild)
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Mainz. Im rheinland-pfälzischen Landtag ordnet sich die SPD nach der verlorenen Wahl neu. Noch Ministerpräsident Alexander Schweitzer führt künftig die SPD-Fraktion im Parlament in Mainz.
Der 52 Jahre alte Politiker wurde von den Abgeordneten zum Vorsitzenden gewählt. Das genaue Ergebnis teilte die Fraktion nicht mit. Schweitzer sprach von „großem und beeindruckendem Vertrauen“. Er zeigte sich zuversichtlich. „Wir werden etwas Gutes hinbekommen.“
Schweitzer kennt die Aufgabe bereits. Von 2014 bis 2021 stand der Südpfälzer schon einmal an der Spitze der SPD Fraktion im Landtag. Damals fiel er mit pointierten Reden und starkem rhetorischem Auftritt auf.
Neue Rolle in einer ungewohnten Konstellation
Die Situation unterscheidet sich jedoch deutlich von seiner früheren Amtszeit. Damals führte Schweitzer die größte Regierungsfraktion. Nach der Landtagswahl ist die SPD nun der kleinere Partner in der neuen Regierung.
Erstmals seit 35 Jahren stellt die CDU wieder den Ministerpräsidenten in Rheinland Pfalz. Der CDU Politiker Gordon Schnieder soll am Montag, 18. Mai, vom Landtag gewählt werden. Der Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD ist bereits vereinbart.
Für Schweitzer bedeutet das eine neue Rolle. Statt die Regierung anzuführen muss er künftig die Politik der Regierung Schnieder im Parlament gegen Kritik der Opposition verteidigen.
AfD künftig stärkste Oppositionsfraktion
Im neuen Landtag führt erstmals die AfD die Opposition an. Die Fraktion wuchs deutlich und verfügt nun über 24 Sitze. So viele Mandate hatte sie bislang in keinem westdeutschen Landesparlament. Die Grünen bilden die vierte und kleinste Fraktion.
Beobachter erwarten deshalb eine besonders harte Auseinandersetzung im Parlament.
Erfahrener SPD Politiker aus der Südpfalz
Schweitzer ist Jurist und Sohn eines Binnenschiffers. In die SPD trat er bereits mit 16 Jahren ein. In seiner politischen Laufbahn übernahm er mehrere wichtige Ämter
- Wirtschaftsstaatssekretär ab 2009
- SPD Generalsekretär in Rheinland Pfalz ab 2011
- Sozialminister in zwei Amtszeiten
Seit 2006 gehört er dem Landtag an mit einer Unterbrechung. In seinem Wahlkreis Südliche Weinstraße gewann er bei den Landtagswahlen 2016, 2021 und auch 2026 jeweils das Direktmandat.
Im Juli 2024 hatte Schweitzer das Amt des Ministerpräsidenten von Malu Dreyer übernommen. Seit Oktober 2025 war er außerdem turnusgemäß Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz. Beide Aufgaben gehen nun an CDU Politiker Schnieder.
Bei der Landtagswahl am Samstag, 22. März, erreichte die SPD mit 25,9 Prozent ihr historisch schlechtestes Ergebnis in Rheinland Pfalz. Die CDU kam auf 31 Prozent. In Umfragen war Schweitzer zwar bekannter und beliebter als Schnieder. Dennoch konnte die SPD das Rennen um die Staatskanzlei nicht für sich entscheiden. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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