Sparkurs im Bistum Limburg: Mehr Kooperation bei Kitas
- Der Limburger Bischof Georg Bätzing will Vertrauen in die Kirche aufbauen. (Archivbild)
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Limburg. Für Familien, Ehrenamtliche und soziale Einrichtungen im Bistum Limburg könnten Kooperationen mit Städten und Gemeinden künftig wichtiger werden: Bischof Georg Bätzing will angesichts sinkender Mittel stärker mit Kommunen zusammenarbeiten.
Warum das Bistum den Kurs ändert
Das Bistum steht unter erheblichem Spardruck. In den kommenden zehn Jahren sollen die Ausgaben nach derzeitiger Planung um jährlich rund 100 Millionen Euro sinken. Das entspricht etwa einem Drittel. Bätzing sagte, das Bistum sei „mit einem Ressourcenmangel auf allen Ebenen“ konfrontiert. Seit seiner Bischofsweihe vor zehn Jahren habe das Bistum Limburg weit mehr als 100.000 Mitglieder durch anhaltende Austritte verloren.
Wo Kooperationen helfen sollen
Als Beispiele nannte Bätzing eine „Wohnraumoffensive“, bei der in Mengerskirchen im Landkreis Limburg-Weilburg ein Mehrgenerationenhaus entstanden sei. Auch beim Betrieb von Kindertagesstätten solle die Zusammenarbeit mit Kommunen wachsen. Zugleich verwies der Bischof darauf, dass Städte und Gemeinden mindestens ebenso stark sparen müssten wie die Kirchen.
Diese Bereiche stehen besonders unter Druck
Der Mangel trifft nach Angaben Bätzings nicht nur die Seelsorge. Gesucht würden auch Menschen für Kitas, Pflege und Caritas. Wichtig sind vor allem diese Felder:
- Kitas: Kommunen und Kirche prüfen mehr Zusammenarbeit beim Betrieb.
- Wohnraum: Projekte wie das Mehrgenerationenhaus in Mengerskirchen sollen zeigen, wie Kooperation aussehen kann.
- Soziales: Für Pflege, Caritas und weitere Dienste wird Personal gesucht.
„Keine Kirche im Rückzug“
Bätzing sagte: „Wir werden weniger werden, wir werden ärmer werden“. Dennoch wolle das Bistum „keine Kirche im Rückzug sein“. Entscheidend sei aus seiner Sicht die Frage, mit wem die Kirche in der Gesellschaft zusammenwirken könne, um gute Angebote zu machen. Im Bistum sehe er dafür viele Mitstreiter.
Vertrauen nach Missbrauchsskandal wiederaufbauen
Als zentrales Ziel nannte Bätzing den Wiederaufbau von Vertrauen. Die Aufarbeitung der „Verbrechen“ im Zusammenhang mit dem Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche sei dafür wichtig. In den vergangenen Jahren seien 60 Maßnahmen vorangetrieben worden. Auch die Pfarreien hätten Präventionsmaßnahmen und Schutzkonzepte etabliert.
Kontakt zu Tebartz-van Elst zurückgegangen
Bätzing hatte den Bischofssitz gut zwei Jahre nach dem Amtsverzicht von Franz-Peter Tebartz-van Elst übernommen. Sein Vorgänger war wegen seiner Amtsführung und überhöhter Baukosten für das Bischofshaus in die Kritik geraten. Bätzing sagte, er habe mit Tebartz-van Elst „keine Krise erlebt“ und zunächst regelmäßig mit ihm gesprochen. Zuletzt sei der Kontakt zurückgegangen. „Wir leben in verschiedenen Welten“, sagte Bätzing. Der Versuch einer gemeinsamen Aufarbeitung sei nicht gelungen.
Der Bischof sagte über sich, er habe Interesse an Menschen und lache gerne mit ihnen. Bei Besuchen in Gemeinden im Taunus erlebe er derzeit viel Engagement im Ehrenamt. Das Bistum Limburg liegt auf hessischem und rheinland-pfälzischem Gebiet. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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