Semesterbeiträge steigen in Rheinland-Pfalz: Ticket teurer
- Im Wintersemester 2026/27 steigen die Semestergebühren erneut. (Archivbild)
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Rheinland-Pfalz. Studierende im Land müssen zum Wintersemester höhere Semesterbeiträge zahlen. Ein wesentlicher Grund ist das teurere Deutschland-Semesterticket, das inzwischen 226,80 Euro pro Semester kostet.
Studierende erhalten das Ticket weiterhin mit 40 Prozent Rabatt gegenüber dem regulären Deutschlandticket. Weil dessen Preis auf 63 Euro im Monat gestiegen ist, erhöhte sich der Preis des Semestertickets von 208,80 auf 226,80 Euro.
An der Johannes Gutenberg-Universität Mainz stieg der Semesterbeitrag seit Einführung des Deutschland-Semestertickets von 305,55 auf 366,90 Euro. An der Universität Koblenz erhöhte er sich von 238,10 auf 350,30 Euro. An der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau, kurz RPTU, werden nun 381,80 statt 300,40 Euro fällig.
Ticket ist nur ein Teil des Semesterbeitrags
Der Semesterbeitrag finanziert nicht allein das Ticket. Dazu gehören auch Beiträge für den Allgemeinen Studierendenausschuss, kurz AStA, und das Studierendenwerk. Dieses trägt unter anderem Kosten für Mensen, Wohnheime und Beratungsangebote.
Das Studierendenwerk Koblenz hebt seinen Sozialbeitrag zum Wintersemester erstmals seit mehr als zwölf Jahren um 15 Euro an. Als Gründe nennt es höhere Personal- und Betriebskosten, etwa für Lebensmittel und Energie. Einen Landeszuschuss für diese Mehrkosten gibt es nach Angaben des Studierendenwerks nicht.
An der RPTU erhöhte der AStA seinen Anteil um 5 auf 20 Euro. Als Gründe wurden sinkende Studierendenzahlen und die Inflation genannt. Der Mainzer AStA betont dagegen, dass die dortige Erhöhung vollständig in das Deutschland-Semesterticket fließe.
ASten fordern politische Entlastung
Der AStA der RPTU verweist darauf, dass bei der Abstimmung über das Solidarmodell 97,8 Prozent der teilnehmenden Studierenden zugestimmt hatten. Seitdem sei der Ticketpreis allerdings um mehr als 50 Euro gestiegen. Die Studierendenvertretungen in Kaiserslautern und Mainz wünschen sich deshalb ein zusätzlich vergünstigtes und individuell abbestellbares Ticket für Studierende und Auszubildende.
Auch bei der Verpflegung sehen sie Handlungsbedarf. Nach Einschätzung des AStA der RPTU könnte ein höherer Landeszuschuss für Studierendenessen Preisanstiege abfedern. Das Wissenschaftsministerium verweist auf eine Aufstockung der Essenszuschüsse für Studierendenwerke um 150.000 Euro auf 5,8 Millionen Euro und kündigte an, sich für weitere Mittel einzusetzen.
Wo Studierende Unterstützung bekommen
Wer unverschuldet in eine finanzielle Notlage gerät, kann sich an den jeweiligen AStA wenden. In Mainz sind je nach Fall Zuschüsse oder Darlehen möglich. Auch das Semesterticket kann dort in bestimmten Fällen erstattet oder bezuschusst werden. Der AStA der RPTU vermittelt Hilfsangebote und vergibt in Notfällen zinslose Sozialdarlehen, etwa wenn der Semesterbeitrag kurzfristig nicht bezahlt werden kann.
Die Studierendenvertretungen betonen jedoch, dass nicht nur der Semesterbeitrag belastet. Steigende Mieten und allgemeine Lebenshaltungskosten verschärfen die finanzielle Lage vieler Studierender. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |