Schwarzwald, Alb, Kurpfalz: Hier sucht der Bund nach dem Atommüll-Standort
- Wohin mit dem Atommüll? Die Suche nach einem Endlager in Deutschland geht weiter. (Symbolbild)
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Baden-Württemberg. Für mehrere Regionen im Land bringt der neue Arbeitsstand zur Endlagersuche am Dienstag, 27. Oktober, mehr Klarheit: Die Bundesgesellschaft für Endlagerung will erstmals alle Gebiete bundesweit auf ihre Eignung für ein Atommüll-Endlager bewertet haben. Eine Vorentscheidung für einen Standort ist damit noch nicht gefallen.
Deutschland sucht seit 2017 ein unterirdisches Endlager für rund 27.000 Kubikmeter hochradioaktiven Atommüll. Die Abfälle stammen aus mehr als 60 Jahren Atomkraft und lagern derzeit in 16 oberirdischen Zwischenlagern. Der künftige Standort soll den Müll für eine Million Jahre sicher einschließen.
Diese Regionen stehen im Land weiter auf der Karte
Nach ersten Prüfschritten konzentrieren sich die Flächen in Baden-Württemberg auf drei größere Räume:
- den nördlichen und südlichen Schwarzwald
- den Raum Ulm mit Teilen der Schwäbischen Alb, darunter Flächen im Alb-Donau-Kreis
- die Kurpfalz in Nordbaden nahe Heidelberg
Weitere Flächen liegen zwischen Lautenbach im Ortenaukreis und Bad Wildbad im Nordschwarzwald sowie von Alpirsbach im Kreis Freudenstadt bis in den südlichen Schwarzwald. Die genauen Umrisse sind im Kartenangebot der BGE öffentlich einsehbar. Der übrige Teil Baden-Württembergs gilt nach Angaben der BGE geologisch als nicht ausreichend geeignet und kommt deshalb nicht infrage.
Geologie entscheidet über die weitere Auswahl
Ein Endlager würde je nach Gestein etwa 300 Meter bis einen Kilometer tief liegen. Das Standortauswahlgesetz erlaubt dafür nur Steinsalz, Tongestein oder Kristallingestein wie Granit. Entscheidend sind Stabilität und ein möglichst guter Schutz vor Wasser. Eine geringe Wasserdurchlässigkeit bremst den Transport radioaktiver Stoffe.
Die jetzt benannten Flächen haben lediglich erste Kriterien erfüllt. Sie müssen sich noch im Vergleich mit Gebieten in anderen Bundesländern behaupten. Energieministerin Thekla Walker betonte, daraus folge nicht automatisch, dass die Regionen Ende kommenden Jahres für die nächste Phase vorgeschlagen werden.
Nur wenige Regionen sollen weiter untersucht werden
Ende kommenden Jahres will die BGE nach bisherigen Planungen fünf bis zwölf Standortregionen für eine oberirdische Erkundung vorschlagen. Über diese Auswahl entscheidet der Gesetzgeber. Nach den aktuellen Planungen des Bundesumweltministeriums soll ein Endlager bis zur Mitte des Jahrhunderts gefunden werden.
In der benachbarten Schweiz ist die Suche weiter fortgeschritten. In Nördlich Lägern bei Stadel im Kanton Zürich, rund zwei Kilometer von Hohentengen am Hochrhein entfernt, ist ein Tiefenlager vorgesehen. Dort sollen zunächst schwach- und mittelradioaktive Abfälle und später auch hochradioaktive Abfälle eingelagert werden. Laut Schweizer Umweltverträglichkeitsbericht sind erhebliche Auswirkungen auf Nachbarstaaten ausgeschlossen. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |