Schwäne in Gefahr: Warum Paddler auf der Nahe jetzt besonders vorsichtig sein müssen

In Naturschutzgebieten wie an der Nahe gelten besondere Regelungen. (Symbolbild) | Foto: Uli Deck/dpa
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Bad Kreuznach. Paddler und andere Wassersportler auf der Nahe müssen derzeit besonders vorsichtig sein. Im Naturschutzgebiet „Gans und Rheingrafenstein“ bei Bad Kreuznach warnen Naturschützer vor Störungen von Wasservögeln während der Brutzeit.

Anlass ist ein Zwischenfall am Sonntag, 26. April. Nach Angaben der Naturschutzgruppe Nahe war eine Gruppe Freizeitpaddler im besonders geschützten Flussabschnitt zwischen Bad Münster am Stein Ebernburg und Bad Kreuznach unterwegs. Beobachter berichten, dass Verbotszonen missachtet wurden und kaum Rücksicht auf Tiere und Pflanzen genommen worden sei.

Dabei geriet eine Schwanenfamilie unter Druck. Ein erwachsener Schwan flüchtete mit seinen Jungtieren vor den Booten in ein fremdes Revier. Dort wurde er von einem anderen Schwanenpaar attackiert. Der Kampf verlagerte sich schließlich bis ans Ufer. Erst durch das Eingreifen eines Naturschützers und zweier Passanten konnte der bereits regungslose Vogel mit seiner Familie gerettet werden.

Starke Strömung erhöht Risiko für Jungvögel

Nach Einschätzung der Naturschutzgruppe handelt es sich nicht um einen Einzelfall. Gerade in Abschnitten mit starker Strömung könnten Familienverbände von Wasservögeln schnell auseinandergerissen werden. Küken drohen dann Unterkühlung, Erschöpfung oder sogar das Ertrinken.

„Solche Situationen sind vermeidbar“, betonen die Naturschützer. Auf der Nahe gebe es ausreichend alternative Strecken für Paddler. Wer Schutzregeln missachte, gefährde Tiere und störe empfindliche Lebensräume.

Besondere Regeln im Naturschutzgebiet

Der Abschnitt zwischen Bad Kreuznach und Bad Münster am Stein Ebernburg steht seit 1985 unter Schutz. Grund sind die besondere geologische Struktur sowie seltene Tier und Pflanzenarten.

Im Gebiet gelten deshalb klare Einschränkungen:

  • Vom 1. April bis 31. Oktober gilt ein Badeverbot in der Nahe.
  • Uferbereiche und Inseln rund um die Wehre dürfen in dieser Zeit nicht betreten werden.
  • Verbotszonen für Boote müssen strikt eingehalten werden.

Gerade während der Brutzeit seien ruhige Rückzugsräume für viele Vogelarten überlebenswichtig. Da es entlang der Nahe nur wenige solcher Bereiche gebe, komme deren Schutz besondere Bedeutung zu. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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