Revisionsprozess in Moskau nach Urteil gegen Satiriker Tilly
- Der Karnevalswagenbauer Jacques Tilly ist in Moskau in Abwesenheit zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden - nun ist ein Revisionsprozess angekündigt. (Archivbild)
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Moskau. Gegen den Düsseldorfer Karnevalswagenbauer Jacques Tilly läuft in Russland erneut ein Gerichtsverfahren. Für Dienstag, 9. Juni, hat ein Moskauer Gericht eine Verhandlung im Revisionsverfahren angesetzt.
Das bestätigte Tilly der Deutschen Presse Agentur. Nach Angaben des Auswärtigen Amts wurde er über den Termin informiert. Unklar ist bislang, ob die Staatsanwaltschaft oder die Verteidigung die Revision gegen das Urteil beantragt hat.
Haftstrafe im April verhängt
Ein Gericht in Moskau hatte den Satiriker im April in Abwesenheit zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass Tilly mit Darstellungen beim Düsseldorfer Rosenmontagszug religiöse Gefühle verletzt und Falschnachrichten über die russischen Streitkräfte verbreitet habe.
Tilly hatte auf seinen Wagen mehrfach Kremlchef Wladimir Putin und den von Russland begonnenen Krieg gegen die Ukraine satirisch kritisiert. Auch der russisch orthodoxe Patriarch Kirill wurde in den Motiven verspottet.
Tilly reagiert gelassen
Der Wagenbauer zeigte sich von dem neuen Termin überrascht. Er sei davon ausgegangen, dass die Angelegenheit mit dem Urteil abgeschlossen gewesen sei. Vom Moskauer Gericht selbst habe er bislang keine direkte Information erhalten. Auch Kontakt zu einer Verteidigung gebe es nicht.
Mit dem Urteil habe er sich abgefunden. „Worauf ich keinen Einfluss habe, das interessiert mich nicht besonders“, sagte Tilly. Es gehöre zum Geschäft eines Satirikers, dass Kritik und harte Reaktionen auftreten könnten. „Das ist eingepreist. Ich nehm’s eher gelassen.“ dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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